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Beschlussvorlage

                                    
                                        DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Vorlagen-Nr.:

V/0806/2008
Öffentliche Beschlussvorlage

Auskunft erteilt:

Herr Philipp, Frau Kratz-Trutti
Ruf:

492 51 11
E-Mail:

PhilippF@stadt-muenster.de
Datum:

08.10.2008
Betrifft

Umfrage zum "Wunsch der Eltern nach Früh- und Spätöffnungszeiten - Konzepte zur flexiblen
Kindertagesbetreuung"

Beratungsfolge

29.10.2008 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien

Entscheidung

Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:

1.

Der Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien (AKJF) stimmt dem Konzept der Befragung der Eltern zur Ermittlung von Bedarfen flexibler Kindertagesbetreuungsangeboten, insbesondere für die Ermittlung von Früh- und Spätöffnungszeiten zu (s. Begründung Ziff. 2).
1.1 Der AKJF nimmt die Zeitplanung zur Durchführung der Umfrage zur Kenntnis (s. Begründung
Ziff. 4).
2.

Die Verwaltung wird beauftragt, die Elternumfrage auf der Grundlage dieser Konzeption im
Rahmen der Zeitplanung durchzuführen und im Frühjahr 2009 dem AKJF über die Ergebnisse
zu berichten.

3.

Die Verwaltung wird ferner beauftragt, die Ergebnisse zur bedarfsplanerischen Abstimmung
mit den Trägern von Kindertageseinrichtungen über die Angebotsstruktur zum Kindergartenjahr 2009/2010 so weit wie möglich zu berücksichtigen und für eine weitergehende Konzeptentwicklung zur flexiblen Tagesbetreuung zugrunde zu legen.

II. Kosten/Folgekosten

Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Durchführung der Elternumfrage aufgrund des engen
Zeitrahmens (s. Begründung Ziff. 4) mit externer Unterstützung durchgeführt wird.
Dafür entstehen einmalige Aufwendungen in 2009 in Gesamthöhe von rd. 10.000 €
Die Gesamtkosten sind voraussichtlich wie folgt zu differenzieren:
ƒ Erfassung der ausgefüllten Fragebögen:
ca. 1.000 €
ƒ Auswertung und Berichterstellung:
ca. 7.000 €
ƒ Sachkosten (Druck, Porto, Versand, Rücklaufbearbeitung) ca. 2.000 €
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung
V/0806/2008

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Die o. g. Sachentscheidung ist im Rahmen der Haushaltsansätze 2009 wie folgt zu finanzieren:
Aufwendungen
Produktgruppe

Nr.

Bezeichnung

0601

Förderung von Kindern in Tagesbetreuung
Sonstige ordentliche Aufwendungen

Teilergebnisplan (Zei- 16
le)

Haush.jahr

2009

Betrag
€

10.000

Bemerkungen

Ansatz 2009
364.400 €

Begründung:
1.

Entscheidungsgrundlage und Ausgangslage

Der Hauptausschuss (HA )hat am 24.09. beschlossen, zur Durchführung einer Elternumfrage zur
Ermittlung des Kindertagesbetreuungsbedarfes hinsichtlich der Betreuungszeiten und der flexiblen
Kindertagesbetreuung ein Umfragekonzept zu erarbeiten und dem AKJF zur Beratung und Beschließung vorzulegen (vgl. HA-Beschluss gemäß Vorlage V/0730/2008 – Anlage 2).
Dem Beschluss lag ein entsprechender Antrag der CDU- und FDP-Ratsfraktion zugrunde (s. Anlage 1)
In dem Beschluss des Hauptausschusses wurde dargelegt,
ƒ

das „flexible Kindertagesbetreuung“ zur fachlichen und bedarfgerechten Weiterentwicklung der
Kindertagesbetreuung in Münster wichtig ist und viele Kindertageseinrichtungen bereits heute
flexible Betreuungszeiten haben.

ƒ

Spät- und Randzeiten werden dabei, z.B. unter Einbeziehung der Kindertagespflege abgedeckt.

ƒ

Darüber hinaus besteht im Einzelfall weiterer Betreuungsbedarf.

ƒ

Zur Konkretisierung und Abdeckung des Bedarfs wurde auf entsprechende Aktivitäten und
Maßnahmen des Amtes für Kinder und Jugendliche hingewiesen, wie z.B.:
o eine thematische Fachtagung im Frühjahr 2007 und
o der Einsetzung einer Arbeitsgruppe, gemeinsam von der Abteilung Kindertagesbetreuung
im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien und von der Arbeitsgemeinschaft Kindertagesbetreuung (gem. § 78 SGB VIII)

Mit dem Beschluss des HA (auf der Grundlage des o.a. Antrages) sind folgende Ziele verbunden:
ƒ

Zur Ermittlung bedarfsgerechter und passgenauer Angebote ist eine Elternbefragung von
Münsteraner Eltern, deren Kinder Kindertageseinrichtungen in Münster besuchen, erforderlich.

ƒ

Die Umfrage soll die Betreuungszeitbedarfe von Eltern unter dreijähriger Kinder und Kinder im
Alter von drei bis sechs Jahren erfragen.

ƒ

Es soll ein Konzept erarbeitet werden, mit dem -„zunächst modellhaft“ - bedarfsgerechte Angebote zu erweiterten Früh- und Spätöffnungszeiten von Kindertageseinrichtungen geschaffen
werden können.

ƒ

Die Ergebnisse der Umfrage und erste Angebote sollen bereits zum Kindergartenjahr
2009/20010 berücksichtigt und geschaffen werden.
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2.

Durchführungskonzept

Zur Umsetzung des o.a. Antrages wird eine Elternumfrage durchgeführt, die die Betreuungszeitbedarfe von Eltern aus Münster erfragt.

2.1 Zielgruppe
Zur Durchführung der Umfrage werden alle Eltern befragt, deren Kinder Münsteraner Kindertageseinrichtungen besuchen. Ausgenommen werden die Eltern, deren Kinder zum Kindergartenjahr
2009/2010 nicht mehr in der Kindertageseinrichtung sind, da die Kinder eingeschult werden.
Es handelt sich dabei um eine Vollerhebung, bei der rd. 6.000 Eltern angeschrieben werden.
Die Durchführung der Umfrage ist mit den datenschutzrechtlichen Erfordernissen abgestimmt.
Die Eltern werden in einem entsprechenden Anschreiben um die Mithilfe bei der Befragung gebeten.

2.2 Fragen
Es wird ein Fragebogen entwickelt, der im Wesentlichen zwei Fragebereiche umfasst:
1.

Fragen zur Familien- und Lebenssituation

Die Fragen hierzu dienen dem besseren Verständnis des Betreuungsbedarfes in Abhängigkeit der
jeweiligen Lebenssituationen.
Sie ermöglichen auch, die Betreuungsbedarfe in Bezug auf die jeweiligen Stadtteile und gfs. für die
jeweiligen Kindertageseinrichtungen auszuwerten.

Die Fragen zur Familien- und Lebenssituation beinhalten folgende Fragestellungen:
•

Stadtteil, in dem die Familie lebt,

•

Alter des Kindes,

•

Anzahl der Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren,

•

Name der Kita, die das Kind besucht,

•

Familienstand (verheiratet oder alleinerziehend),

•

Erwerbstätigkeit (ja/nein) / Ausbildungssituation,

•

Angaben zur „Familiensprache“ (um Hinweise auf die Zuwanderungsgeschichte bzw. Migration
zu erhalten),

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2.

Fragen zum Betreuungsbedarf

Diese bilden den Kern der Umfrage, in dem die einzelnen Bedarfe konkret erfragt werden.
Es geht um die Erfragung des wöchentlichen Betreuungsbedarfes im Zusammenhang mit den
Vorgaben des Kinderbildungsgesetz (KiBiz) und um die Erfordernisse an flexiblen Betreuungsmöglichkeiten.
Die Fragen zum Betreuungsbedarf beinhalten folgende Fragestellungen:
•

wöchentlicher Betreuungsbedarf (aktuell und voraussichtlich zum Kiga-Jahr 2009/2010

•

zeitlicher Beginn des Betreuungsbedarfs vormittags,

•

zeitliches Ende des Betreuungsbedarfs mittags und abends,

•

„regelmäßige“ Betreuungszeiten bei einem Betreuungsbedarf von 25 Std. wöchentlich (z.B. an
allen Tagen Mo. – Fr. vormittags,
Abweichungen von „regelmäßigen“ Betreuungszeiten (z.B. samstags)

•
•
•

3.

„regelmäßige“ Betreuungszeiten bei einem Betreuungsbedarf von 35 Std. wöchentlich (z.B. an
allen Tagen Mo. – Fr. mit geteilter Betreuungszeit vormittags und nachmittags oder mit einer
durchgehenden Betreuungszeit mit Über-Mittag-Betreuung,
Abweichungen von „regelmäßigen“ Betreuungszeiten (z.B. samstags)

Zeitplanung

Damit erste Ergebnisse bereits rechtzeitig für die Planungen zur KiBiz-Rahmenstruktur zum Kindergartenjahr 2009/2010 ausgewertet und berücksichtigt werden können und erste Angebote ab
dem Sommer 2009 mit Beginn des neuen Kindergartenjahres zur Verfügung stehen können, ist ein
enger Zeitrahmen erforderlich.
Die engen Zeiterfordernisse stehen im Zusammenhang damit, dass gegenüber dem Land NRW
bis zum 15.3.2009 die Platz- und Betreuungszeitbedarfe gemeldet werden müssen. Dazu sind wie
im vergangenen Jahr auch umfassende Trägerabstimmungen erforderlich.
Damit die Ergebnisse dafür genutzt werden können, ist die Einhaltung der nachfolgenden Zeitplanung unabdingbar.
•

November 2008: Durchführung der Umfrage

•

Dezember 2008: Datenerfassung und Tabellenerstellung

•

02. – 15.01.2009: Analyse der Tabellen für die KiBiz-Rahmenvereinbarung
Hier sind zunächst die Erkenntnisse bezüglich der Buchungszeiten von Interesse.

•

Januar und
Februar 2009

•

04.03.2009

Gesamtauswertung der Umfrage und Berichterstellung
Präsentation der Ergebnisse im AKJF (im Zusammenhang mit der Beschlussfassung zur Kita-Rahmenstruktur zum Kiga-Jahr 2009/2010)

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4,

Ergebnisnutzung

Die Ergebnisse werden genutzt für eine bedarfsgerechtere Einschätzung der tatsächlichen Betreuungszeiten und für die Ansprüche und Erfordernisse, die sich aus individuellen, flexiblen Betreuungsbedürfnissen ergeben.
Auf der Grundlage der Ergebnisse der Umfrage werden weitere fachliche Entwicklungen dargelegt
und Möglichkeiten beschrieben, die für eine Weiterentwicklung flexibler Betreuungszeiten von Bedeutung sind.
Die Verwaltung erhofft sich aus den Ergebnissen der Umfrage durch die Möglichkeit der sozialräumlichen Auswertung konkrete Erkenntnisse für ein modellhaftes Konzept erweiterter Öffnungszeiten.

I.V.
gez.
Dr. Andrea Hanke
Beigeordnete

Anlagen:
•
•

Antrag der CDU- und FDP-Ratsfraktion A-R/0029/2008
Beschluss des Hauptausschusses gem. V/0730/2008

V/0806/2008