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Anlage 3 Finanzierungskonzept für die Kindertagespflege in Münster

                                    
                                        Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Finanzierungskonzept für die
Kindertagespflege
Berechnung der laufenden Geldleistung für eine
leistungsorientierte Bezahlung und Erstattung
angemessener Kosten für den Sachaufwand

Beratungsstelle für Kindertagespflege
(Stand 07.01.2021)

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Kurzfassung
1. Anerkennung der Förderleistung
Der Förderleistung liegt die Berechnung eines Stundenfaktors zugrunde. Der
Stundenfaktor erhöht den Stundenwert als angemessenen Ausgleich für
betreuungsfreie Zeit, Krankheit und Fortbildungen. Zusätzlich wurde
berücksichtigt, dass die Kindertagespflegestellen nicht in jedem Monat eine
100 prozentige Auslastung haben.

Mittelwertmodell
→ gleiche Eingruppierung bei gleicher Tätigkeit
→ gleichzeitige Berücksichtigung der Vorbildung von
sozialpädagogischen Fachkräften durch einen höheren
Phaseneinstieg
Mehrkosten1

ca. 3 Mio. €2

2. Erstattung angemessener Kosten, die der Kindertagespflegeperson für den Sachaufwand entstehen
Hier führt eine neue Berechnungssystematik unter Hinzuziehung der
gesetzlichen Grundlage zu einer Ersparnis von ca. 1,5 Mio. €.
Ersparnis

1

inkl. Mehrkosten für die Erstattungen der Sozialversicherungen

2

abhängig von den tatsächlich betreuten Tagen

Ca. 1,5 Mio. €

2

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Rechtliche Grundlage
§ 23 SGB VIII Förderung in Kindertagespflege
(1) Die Förderung in Kindertagespflege nach Maßgabe von § 24 umfasst die
Vermittlung des Kindes zu einer geeigneten Tagespflegeperson, soweit diese nicht
von der erziehungsberechtigten Person nachgewiesen wird, deren fachliche Beratung,
Begleitung und weitere Qualifizierung sowie die Gewährung einer laufenden
Geldleistung an die Tagespflegeperson.
(2) Die laufende Geldleistung nach Absatz 1 umfasst
1. die Erstattung angemessener Kosten, die der Tagespflegeperson für den
Sachaufwand entstehen,
2. einen Betrag zur Anerkennung ihrer Förderungsleistung nach Maßgabe von
Absatz 2a,
3. die Erstattung nachgewiesener Aufwendungen für Beiträge zu einer
Unfallversicherung sowie die hälftige Erstattung nachgewiesener Aufwendungen zu
einer angemessenen Alterssicherung der Tagespflegeperson und
4. die hälftige Erstattung nachgewiesener Aufwendungen zu einer angemessenen
Krankenversicherung und Pflegeversicherung.
(2a) Die Höhe der laufenden Geldleistung wird von den Trägern der öffentlichen
Jugendhilfe festgelegt, soweit Landesrecht nicht etwas anderes bestimmt. Der Betrag
zur Anerkennung der Förderungsleistung der Tagespflegeperson ist leistungsgerecht
auszugestalten. Dabei sind der zeitliche Umfang der Leistung und die Anzahl sowie
der Förderbedarf der betreuten Kinder zu berücksichtigen.
[…]

1. Anmerkungen zur aktuellen und zukünftigen
Finanzierung der Förderleistung
Das aktuell bestehende Finanzierungskonzept für die Kindertagespflege ist der
Anlage 3a zu entnehmen.
Da eine Konkretisierung des unbestimmten Rechtsbegriffs „leistungsgerechte
Ausgestaltung“ durch den Gesetzgeber nicht vorgegeben ist, muss der öffentliche
Jugendhilfeträger entsprechende Vorgaben selbst entwickeln und festlegen. Er muss
definieren, wie hoch in seiner Kommune die „leistungsgerechte Ausgestaltung“ sein
soll und diese angemessen festlegen.

3

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Auftrag der Überprüfung des bestehenden
Finanzierungskonzeptes der Kindertagespflege in Münster
Vor dieser zuvor genannten Aufgabe der Konkretisierung des unbestimmten
Rechtsbegriffs „leistungsgerechte Ausgestaltung“ steht auch die Stadt Münster.
Angestoßen durch vorangegangene politische Anträge, soll das aktuelle
Finanzierungskonzept der Stadt Münster für die Kindertagespflegepersonen überprüft
und gegebenenfalls angepasst werden.
Arbeitsgrundlage zur Überprüfung war u.a. die Expertise von Prof. Dr. Johannes
Münder.3
Er erläutert in seiner Expertise zur Kalkulation einer laufenden Geldleistung für
Kindertagespflegepersonen, dass sich ein leistungsgerechter Betrag in der Regel an
marktförmigen Aspekten orientieren müsste. Da es jedoch keinen „freien Markt“ für die
Leistungen in der Kindertagespflege gibt, könne man diese Möglichkeit nicht
einbeziehen.
Um die angemessene Höhe des leistungsgerechten Betrages ermitteln zu können,
sollten bestehende und bewährte Werte als Orientierungshilfe genutzt werden.
Münder erklärt, dass eine Anlehnung an den TVöD eine Bewertungsgrundlage bieten
kann, denn bei der Kindertagespflege handelt es sich um eine öffentlich geförderte
Leistung mit gesetzlicher Gleichrangigkeit zu den Kindertageseinrichtungen.

Der TVöD als Orientierungshilfe
Im TVöD ist bei der Eingruppierung in eine Entgeltgruppe die Qualifikation ein
wichtiges Kriterium und findet auch in der Rechtsprechung zunehmend
Berücksichtigung, um eine angemessene Pauschalisierung der laufenden
Geldleistung in der Kindertagespflege zu gewährleisten.4 Die genannte Qualifikation
kann durch einen Berufsabschluss oder durch gleichwertige Fähigkeiten und
Erfahrungen nachgewiesen werden.
Die aktuelle Rechtsprechung sieht eine Anlehnung des „leistungsgerechten
Anerkennungsbeitrags“ an das TVöD auch deswegen als sachgerecht an, da sich die
Kriterien für eine Leistungsbemessung von Kindertagespflegepersonen auch an den
Tätigkeitsmerkmalen des Erziehungspersonals in Kindertageseinrichtungen (u3Gruppen) orientieren können.
§ 24 Abs.2 Satz 1 SGB VIII beschreibt die Förderung für Kinder bis zum dritten
Lebensjahr in Kindertagespflege und in Tageseinrichtungen als qualitativ gleichwertig.
3

Erarbeitung einer Kalkulationsgrundlage für die Bemessung der laufenden Geldleistung für Kindertagespflegepersonen
gemäß § 23 SGB VIII; Prof. Dr. iur. Johannes Münder; Erstellt im Auftrag des Deutschen Vereins für öffentliche und private
Fürsorge e.V. für die Landeshauptstadt Dresden; Berlin im Mai 2017.
4 OVG Münster vom 22. August 2014 – 12 A 591/14 Rdnr. 173 f.; VG Düsseldorf vom 20. Januar 2015 – 19 K 6520/14 Rdnr.
93, 116; VG München vom 24. Februar 2016 – M 18 K 14.3472 Rdnr. 56; OVG Münster vom 30. August 2016 – 12 A 599/15
Rdnr. 68.

4

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Auch im KiBiz wird durch das beschriebene Aufgabenspektrum im Rahmen des
Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrags eine vergleichbare Tätigkeit beider
Systeme deutlich.
Dies lässt auf eine annähernd gleichwertige Tätigkeit in beiden Betreuungssettings
schließen und macht eine Anlehnung an das TVöD - SuE möglich.

Entwicklung eines Modells zur angemessenen Anerkennung
der Förderleistung
Bei der Entwicklung des Modells wurden sowohl sozialpädagogische Ausbildungen
(siehe Personalverordnung KiBiz Anlage 3b) als auch Erfahrungen in der Tätigkeit als
Kindertagespflegeperson
berücksichtigt,
um
eine
Leistungsgerechtigkeit
entsprechend § 23 Abs. 2a Satz 2 SGB VIII sicherzustellen.
Dabei wird von einer Vollzeittätigkeit (39 Stunden pro Woche) mit einer Betreuung von
maximal fünf möglichen gleichzeitig anwesenden Kindern ausgegangen (§ 43 SGB
VIII), um eine Vergleichbarkeit mit der Vollzeittätigkeit einer sozialpädagogischen
Fachkraft in einer Kindertageseinrichtung zu erreichen.5
Betreut die Kindertagespflegeperson dagegen weniger Kinder, ist die
Leistungsgerechtigkeit der Vergütung nicht in Frage zu stellen, da sie selbst die
Möglichkeit schaffen könnte, bis zu fünf Kinder gleichzeitig zu betreuen.6
Kindertagespflegepersonen sind in der Regel selbstständig tätig. Selbstständigkeit
zeichnet sich dadurch aus, dass nur tatsächlich geleistete Arbeitsstunden vergütet
werden. Da Kindertagespflegepersonen bei einer öffentlich geförderten
Kindertagespflege keinen freien Marktpreis bestimmen können (vgl. Zuzahlungsverbot
§ 51 KiBiz), muss berücksichtigt werden, dass die Geldleistung so berechnet wird,
dass auch Tage, an denen nicht betreut wird, einbezogen werden.
In dem Modell werden diese berücksichtigt (Stundenfaktor).
Für die Praxis bedeutet der Einbezug eines Stundenfaktors, dass die
Kindertagespflegepersonen dazu verpflichtet sind, Ausfalltage mitzuteilen, wenn sie
keine Betreuung anbieten/ anbieten können. Die Geldleistung wird für diese Ausfallzeit
entsprechend reduziert. Wie dies verwaltungstechnisch umgesetzt werden kann, ist
noch festzulegen (ggfs. höhere Personalkosten aufgrund des Verwaltungsaufwandes).

5

Auch Münder geht in seiner Expertise von fünf betreuten Kindern als Bemessungsgrundlage für einen leistungsgerechten
Anerkennungsbetrag aus.
6
Eigenes unternehmerisches Risiko als selbständige Kindertagespflegeperson. Sie könnte eine entsprechende Möglichkeit
schaffen, weitere (maximal 5) Kinder zu betreuen (z.B. durch eine Tätigkeit in anderen angemieteten /größeren Räumen).

5

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Kalkulation des Stundenfaktors
Der Stundenfaktor erhöht den Stundenwert als angemessenen Ausgleich für
betreuungsfreie Zeit, Krankheit und Fortbildungen.





Die Krankheitstage wurden aufgrund der Angaben von durchschnittlichen
Krankheitstagen bei Arbeitnehmern/-innen laut Bericht der Kommunalen
Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement einbezogen.7
Die Höhe der einbezogenen Tage für die betreuungsfreie Zeit orientiert sich an
den Urlaubstagen im TVöD.8
Bezüglich der Qualitätssicherung empfehlen die Landesjugendämter und die
Spitzenverbände
der
freien
Wohlfahrtverbände
mindestens
12
Fortbildungseinheiten (1 Fortbildungsstunde = 45 Minuten) jährlich zu
absolvieren.
Dieser
Umfang
ist
auch
derzeit
von
den
Kindertagespflegepersonen in Münster nachzuweisen. Ausgehend von einer 39
Stundenwoche wird in diesem Modell den Kindertagespflegepersonen die
Möglichkeit geboten, eine Tagesveranstaltung (7,48 Zeitstunden sind etwa 10
Fortbildungseinheiten) wahrzunehmen.9 Die Kindertagespflegeperson kann
weitere Fortbildungsstunden gemeinsam mit den Tageskindern während der
Betreuungszeit belegen, z.B. durch eine „Qualifizierung im Treff“ oder durch die
von der Fachberatung begleiteten Tageselterntreffen. Daher wurde für die
Teilnahme an Fortbildungen ein Tag berücksichtigt.

7

KGST-Bericht der Nr. 15/2015
Nach § 26 Abs. 1 TVöD beträgt der tariflich zustehende Urlaub bei Einsatz in der 5-Tage-Woche 30 Tage im Kalenderjahr.
Das Bundesurlaubsgesetz sieht bei einer Fünf-Tage-Woche einen Jahresurlaubsanspruch von mindestens 20 Tagen vor.
Münder geht von durchschnittlich 26 Tagen betreuungsfreier Zeit aus.
9 Zu bedenken ist: Jeder finanzierte Fortbildungstag führt dazu (genau wie beim Ausfall der Kindertagespflegeperson durch
Krankheit oder bei betreuungsfreier Zeit), dass die Eltern Betreuungsausfälle überbrücken und eventuell eine Ersatzbetreuung
sichergestellt werden muss.
8

6

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Berechnung des Stundenfaktors10

Tage im Jahr
Abzüglich
Sonntage
Samstage
Feiertage
Bruttoarbeitstage
Krankheitstage

Derzeitige
Regelung

Neue
Regelung11

365,00

365,00

52,00
52,00
10,70
250,3
TPP wird
weitergezahlt. Es
kommt nur zum
Abzug der
Geldleistung, wenn
von den Eltern
eine
Ersatzbetreuung
benötigt wird.
Abzug nur für das
ersatzbetreute
Kind und für den
jeweiligen
Stundenumfang
der
Ersatzbetreuung
Betreuungsfreie Zeit 20 Tage
Fortbildungen 0 Tage
Nettoarbeitstage 230,30 Tage
Dadurch ergibt sich ein 1,09
Stundenfaktor
250,3 Tage/203,82
Tage

10

11

Differenz zur
derzeitigen
Regelung
0

52,00
52,00
10,70
250,3
15,48
(Durchschnittliche
Krankheitstage laut
KGST-Bericht)

0
0
0
0
+ 15,48

30 Tage (nach
TVöD)
1
203,82 Tage
1,23

+10
+1
- 26,48 Tage
+ 0,14

Angelehnt an KGSt-Bericht Nr. 15/2015 Kita/Soziales.
Werte sind Stellschrauben und können angepasst werden.

7

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Mittelwertmodell zwischen TVöD - SuE 4 und SuE 8a
Die Merkmale einer Tätigkeit als Kindertagespflegeperson lassen sich weder eindeutig
in die Entgeltgruppe TVöD - SuE 4 noch SuE 8a zuordnen. Zwar ist der gesetzliche
Auftrag der Bildung, Förderung und Erziehung in Kindertageseinrichtungen und in
Kindertagespflege der gleiche, die Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege
können aber nur teilweise verglichen werden. Es kann also nur eine Anlehnung zum
TVöD erfolgen. Daher wurde ein Mittelwertmodell aus beiden Entgeltgruppen
entwickelt, das neben der Vorausbildung verstärkt die Erfahrungen in der
Kindertagespflege berücksichtigt.
Es wurde von einer gleichwertigen Tätigkeit der Kindertagespflegepersonen
ausgegangen.
Sowohl
sozialpädagogische
Fachkräfte
als
auch
nicht
sozialpädagogische Fachkräfte haben in diesem Modell die Möglichkeit, für die gleiche
Arbeit auch gleich bezahlt zu werden. Dennoch werden Vorbildungen und Erfahrungen
durch verschiedene Einstiegsphasen berücksichtigt. Sozialpädagogische Fachkräfte
steigen aufgrund ihrer Ausbildung bereits in einer höheren Phase ein, da ihnen hierfür
drei Jahre anerkannt werden.

Allgemeine Grundlage der Berechnung
Die Geldleistung wird für fünf Kinder und eine 39 Stundenwoche berechnet. Dabei ist
die Basis eine Orientierung an den TVöD – SuE (siehe Anlage 3c). § 24 Abs. 2 Satz 1
SGB VIII beschreibt die Förderung für Kinder bis zum dritten Lebensjahr in
Kindertagespflege und in Kindertageseinrichtungen als qualitativ gleichwertig. In
Kindertageseinrichtungen erfolgt eine Eingruppierung i.d.R. entsprechend der
Ausbildung nach S 4 TVöD oder nach S 8a TVöD. Daher werden diese beiden
Entgeltgruppen als Orientierungswert genutzt.
Es muss bedacht werden, dass mögliche Änderungen in der Tariftabelle auch
Anpassungen bezüglich der Geldleistungen für Kindertagespflegepersonen bedeuten
würde.

8

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Tariftabelle TVöD - SuE (ab März 2020)
S8a
S4

1

2

3

4

5

6

2.829,77
2.632,35

3.036,91
2.825,04

3.250,62
3.000,62

3.453,09
3.119,76

3.649,92
3.232,63

3.855,19
3.408,47

Erläuterung: Bestimmungen der Entgeltgruppen
Entgeltgruppe S 4
(Stadt Münster: Eingruppierung der Ergänzungskräfte mit Ausbildung zum/zur
Erzieher/-in)
1. Kinderpflegerinnen/Kinderpfleger mit staatlicher Anerkennung oder mit staatlicher
Prüfung und entsprechender Tätigkeit sowie sonstige Beschäftigte, die aufgrund
gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben,
mit schwierigen fachlichen Tätigkeiten.
[2. Beschäftigte im handwerklichen Erziehungsdienst mit abgeschlossener Berufsausbildung.]
3. Beschäftigte in der Tätigkeit von Erzieherinnen/ Erziehern, Heilerziehungspflegerinnen/ Heilerziehungspfleger oder Heilerzieherinnen/ Heilerzieher mit
staatlicher Anerkennung.
Entgeltgruppe S 8a
(Stadt Münster: Eingruppierung der Fachkräfte und Gruppenleitungen mit Ausbildung
zur sozialpädagogischen Fachkraft)
Erzieherinnen/ Erzieher, Heilerziehungs-pflegerinnen/ Heilerziehungspfleger und
Heilerzieherinnen/ Heilerzieher mit staatlicher Anerkennung und jeweils
entsprechender Tätigkeit sowie sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger
Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben.

Auslastungsquote
In Kindertagespflege werden nicht durchgängig jeden Monat fünf Tageskinder pro
Kindertagespflegeperson betreut. Um dies in der Förderleistung zu berücksichtigen,
wurde eine durchschnittliche Auslastungsquote berechnet, die neben dem
Stundenfaktor auf die Förderleistung aufgeschlagen wurde.

Auslastungsquote für Kindertagespflegepersonen, die im eigenen
Haushalt betreuen
Im eigenen Haushalt können max. fünf Tageskinder betreut werden. Da Tageskinder
i.d.R. max. zwei Jahre bleiben (dann Wechsel in Kita), ist davon auszugehen, dass
jedes Jahr zum 31.07. im Schnitt 3,5 Kinder die Kindertagespflege verlassen (50%
3jährige und 20% 2jährige, die früher wechseln wollen). Das bedeutet, dass im August
bei zwei Neueingewöhnungen nur 3,5 Tageskinder betreut werden können. Ab

9

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

September ist eine Vollbelegung wieder möglich. Somit ergibt sich im gesamten
Betreuungsjahr eine Auslastungsquote von 97%.
Die tatsächliche Förderleistung ist abhängig von der Anzahl der nicht betreuten Tage.
Somit liegt diese i.d.R. zwischen dem monatlichen Vergleichswert (wenn 46,48 Tage
im Jahr nicht betreut werden) und der monatlich ausgezahlten Förderleistung (wenn
durchbetreut wird). In den Monaten, in denen weniger als 5 Tageskinder betreut
werden, fällt die Förderleistung entsprechend geringer aus.

Auslastungsquote für Kindertagespflegepersonen, die in
Großtagespflegestellen betreuen
In Großtagespflegestellen können im Schnitt max. 4,5 Tageskinder pro
Kindertagespflegeperson betreut werden. Da Tageskinder i.d.R. max. zwei Jahre
bleiben (dann Wechsel in Kita), ist davon auszugehen, dass jedes Jahr zum 31.07. im
Schnitt 3 Kinder pro Kindertagespflegepersonen die Großtagespflegestelle verlassen
(50% 3jährige und 17% 2jährige, die früher wechseln wollen). Das bedeutet, dass im
August bei zwei Neueingewöhnungen pro Kindertagespflegepersonen nur 3,5
Tageskinder betreut werden können. Ab September ist eine Vollbelegung wieder
möglich. Somit ergibt sich im gesamten Betreuungsjahr eine Auslastungsquote von
88%
(unter
Berücksichtigung,
dass
grundsätzlich
von
beiden
Kindertagespflegepersonen nicht jeweils 5 Tageskinder gleichzeitig betreut werden
können).
Die tatsächliche Förderleistung ist abhängig von der Anzahl der nicht betreuten Tage.
Somit liegt diese i.d.R. zwischen dem monatlichen Vergleichswert (wenn 46,48 Tage
im Jahr nicht betreut werden) und der monatlich ausgezahlten Förderleistung (wenn
durchbetreut wird). In den Monaten, in denen weniger als 4,5 Tageskinder pro
Kindertagespflegeperson betreut werden, fällt die Förderleistung entsprechend
geringer aus.

Förderleistung zum Mittelwertmodell
Aufgrund der unterschiedlichen Auslastungsquoten wird im Mittelwertmodell bei der
Förderleistung zwischen Kindertagespflegepersonen, die im eigenen Haushalt und in
Großtagespflegestellen
betreuen,
unterschieden.
Zudem
wird
zwischen
Kindertagespflegepersonen mit und ohne sozialpädagogischer Ausbildung
unterschieden, weil die sozialpädagogische Ausbildung als Erfahrung anerkannt wird.

Kindertagespflegepersonen ohne sozialpädagogische Ausbildung
Kindertagespflegepersonen ohne sozialpädagogische Ausbildung beginnen in
Phase 1. Kindertagespflegepersonen ohne sozialpädagogischen Hintergrund müssen
derzeit vor Tätigkeitsbeginn einen Vorbereitungskurs und nach Möglichkeit direkt den
10

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

pädagogischen Grundkurs absolvieren. Sie erhalten die Förderleistung der Phase 1
des Modells. Voraussetzung für die Phase 2 ist das Absolvieren des Zertifikatskurses
nach dem DJI-Curriculum. Eine analoge Anwendung erfolgt auch mit Einführung der
Qualifizierung nach dem Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch (siehe
Anlage 5).
Weitere Phasenaufstiege erfolgen durch den Nachweis von Qualitätsstandards und
nach definierten Tätigkeitsjahren, die sich an den TVöD-Erfahrungsstufen anlehnen.
Als Qualitätsstandards sind im Einzelnen zu nennen:







Anfertigen von Entwicklungs- und Bildungsdokumentationen
Aktualisierung der pädagogischen Konzeption inklusive der alltagsintegrierten
Sprachförderung und Kinderschutz
Regelmäßige Entwicklungsgespräche mit den Eltern
Aktualisierung der Kinderschutzfortbildung
Fortbildungen mit insgesamt 12 UE jährlich
Kooperation mit der Beratungsstelle für Kindertagespflege (insbesondere bei
Rückmeldungen zum Leistungsangebot).

Ein Aufstieg in eine höhere Leistungsstufe soll auf Antrag und mit entsprechenden
Nachweisen der Qualitätsanforderungen erfolgen.
Der deutliche Unterschied zum TVöD ist hier, dass die nächsten Phasen nur erreicht
werden, wenn Qualitätsstandards nachgewiesen werden und ein Antrag zum Aufstieg
in die nächsthöhere Phase von der Kindertagespflegeperson eingereicht wird. Die
aktive Weiterentwicklung eigener Standards und der Kompetenzzuwachs der
Kindertagespflegeperson werden durch dieses Modell gefördert und entsprechend
honoriert. Dies führt insgesamt zu mehr Qualität im Betreuungssystem.

Kindertagespflegepersonen mit sozialpädagogischer Ausbildung
Die Ausbildung als sozialpädagogische Fachkraft wird entsprechend berücksichtigt,
indem die Kindertagespflegeperson drei Jahre Erfahrungen anerkannt bekommt.
Somit erfolgt der Einstieg im letzten Jahr der Phase 2.
Die nächste Phase (Phase 3) wird durch das Absolvieren des Aufbaukurses erreicht.
Zudem soll die Kindertagespflegeperson verpflichtet werden, in den ersten vier Jahren
der Phase 3 wichtige Qualitätsstandards umzusetzen. Eine analoge Anwendung
erfolgt auch mit Einführung der Qualifizierung nach dem Kompetenzorientierten
Qualifizierungshandbuch (siehe Anlage 5).
Weitere Phasenaufstiege erfolgen durch den Nachweis von Qualitätsstandards und
nach definierten Tätigkeitsjahren, die sich an den TVöD-Erfahrungsstufen anlehnen.
Als Qualitätsstandards sind im Einzelnen zu nennen:


Anfertigen von Entwicklungs- und Bildungsdokumentationen
11

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020







Aktualisierung der pädagogischen Konzeption inklusive der alltagsintegrierten
Sprachförderung und Kinderschutz
Regelmäßige Entwicklungsgespräche mit den Eltern
Aktualisierung der Kinderschutzfortbildung
Fortbildungen mit insgesamt 12 UE jährlich
Kooperation mit der Beratungsstelle für Kindertagespflege (insbesondere bei
Rückmeldungen zum Leistungsangebot).

Ein Aufstieg in eine höhere Leistungsstufe soll auf Antrag und mit entsprechenden
Nachweisen der Qualitätsanforderungen erfolgen.
Der deutliche Unterschied zum TVöD ist hier, dass die nächsten Phasen nur erreicht
werden, wenn Qualitätsstandards nachgewiesen werden und ein Antrag zum Aufstieg
in die nächsthöhere Phase von der Kindertagespflegeperson eingereicht wird. Die
aktive Weiterentwicklung eigener Standards und der Kompetenzzuwachs der
Kindertagespflegeperson werden durch dieses Modell gefördert und entsprechend
honoriert. Dies führt insgesamt zu mehr Qualität im Betreuungssystem.

12

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Förderleistungstabelle für Kindertagespflegepersonen, die im eigenen
Haushalt betreuen (inkl. einer Auslastungsquote von 97 %)

Mithilfe des Mittelwertes aus TVöD – SuE 4 und SuE 8a, der Berechnung des
Stundenfaktors und der Auslastungsquote errechnet sich eine ausgezahlte
Förderleistung pro Kind pro Stunde (dick umrandet). Bei einer Betreuung von 39
Wochenstunden und 5 Tageskindern ergibt dies die monatlich ausgezahlte
Förderleistung (siehe letzte Spalte). Diese würde ausgezahlt werden, wenn die
Kindertagespflegeperson keine betreuungsfreie Zeit, Krankheitstage oder
Fortbildungstage nehmen würde.
Wenn die Kindertagespflegeperson jedoch an 46,48 Tagen im Jahr keine Betreuung
anbietet, würden diese Tage abgezogen werden. Der monatliche Vergleichswert sowie
der zugehörige Vergleichswert pro Kind pro Stunde finden sich ebenfalls in der
Tabelle.
Wenn die Kindertagespflegeperson 20 Tage im Jahr nicht betreut, ergibt sich zudem
ein Vergleichswert pro Kind pro Stunde, der als Referenzwert zum aktuellen
Finanzierungskonzept (3,25 € pro Kind pro Stunde) dient.
13

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Förderleistungstabelle für Kindertagespflegepersonen, die in Großtagespflegestellen betreuen (inkl. einer Auslastungsquote von 88 %)

Mithilfe des Mittelwertes aus TVöD – SuE 4 und SuE 8a, der Berechnung des
Stundenfaktors und der Auslastungsquote errechnet sich eine ausgezahlte
Förderleistung pro Kind pro Stunde (dick umrandet). Bei einer Betreuung von 39
Wochenstunden und 5 Tageskindern ergibt dies die monatlich ausgezahlte
Förderleistung (siehe letzte Spalte). Diese würde ausgezahlt werden, wenn die
Kindertagespflegeperson keine betreuungsfreie Zeit, Krankheitstage oder
Fortbildungstage nehmen würde.
Wenn die Kindertagespflegeperson jedoch an 46,48 Tagen im Jahr keine Betreuung
anbietet, würden diese Tage abgezogen werden. Der monatliche Vergleichswert sowie
der zugehörige Vergleichswert pro Kind pro Stunde finden sich ebenfalls in der
Tabelle.
Wenn die Kindertagespflegeperson 20 Tage im Jahr nicht betreut, ergibt sich zudem
ein Vergleichswert pro Kind pro Stunde, der als Referenzwert zum aktuellen
Finanzierungskonzept (3,25 € pro Kind pro Stunde) dient.
14

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Fazit
In diesem Modell wird der Fokus auf die gleichwertige Tätigkeit gelegt, die sowohl
sozialpädagogische Fachkräfte als auch nicht sozialpädagogische Fachkräfte in der
Kindertagespflege ausüben. Zwar wird die Ausbildung der sozialpädagogischen
Fachkräfte bei Einstieg berücksichtigt, allerdings wird eine nicht sozialpädagogische
Fachkraft nach entsprechenden Tätigkeitsjahren ebenso honoriert, wie eine
sozialpädagogische Fachkraft.
Die Betreuungspersonen müssen viele Dinge selbständig entscheiden bzw.
verantworten. Alle im KiBiz geforderten pädagogischen Standards, z.B.
Elterngespräche, Erstellung einer Konzeption usw., die in der Kindertageseinrichtung
von sozialpädagogischen Fachkräften umgesetzt werden, werden auch von einer
Kindertagespflegeperson erwartet. Daher ist in der Kindertagespflege von einer
gleichwertigen Tätigkeit auszugehen, unabhängig von einer möglichen pädagogischen
Vorausbildung. Durch die Kopplung des Phasenaufstiegs mit entsprechenden
Nachweisen zu pädagogischen Standards ist hier die Möglichkeit gegeben mehr
Qualität in der Kindertagespflege zu erreichen.
Bei dem vorgestellten Mittelwertmodell liegen die Mehrkosten bei ca. 3 Mio. € pro
Jahr, wenn man davon ausgeht, dass alle Kindertagespflegepersonen 20 Tage im
Jahr nicht betreuen. Darin sind die Mehrkosten für die Erstattungen der
Sozialversicherungen bereits enthalten.

2. Erstattung angemessener Kosten für den
Sachaufwand
Neben dem Betrag zur Anerkennung der Förderleistung besteht die laufende
Geldleistung u.a. aus der Erstattung angemessener Kosten, die der
Kindertagespflegeperson für den Sachaufwand entstehen.
Wie Prof. Dr. Johannes Münder in seiner Expertise ausführt, sind mit dem
Sachaufwand die sächlichen Mittel gemeint, die notwendig sind, um die Förderung zu
erbringen (z.B. Materialkosten). Eine Erstattung ist allerdings nur vorgesehen, wenn
die Sachkosten der Kindertagespflegeperson auch tatsächlich entstehen.
Wie bei der Anerkennung der Förderleistung haben auch hier die Träger der
öffentlichen Jugendhilfe einen Gestaltungsspielraum, was ‚angemessen‘ bedeutet.
Wichtig ist, dass keine komplette Übernahme von konkret entstehenden Kosten,
sondern nur ein angemessene Pauschale gemeint ist. Dennoch ist eine

15

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

nachvollziehbare Kalkulation, die sich an gesetzlichen Rahmenbedingungen orientiert,
notwendig.12
Deswegen wurde eine ausführliche Aufstellung von angemessenen Sachkosten
erarbeitet und anhand von kommunalen Regelungen, ortsüblichen Preisen und
Erfahrungswerten geprüft und bewertet. Das Ergebnis ist in Anlage 3d beigefügt. Es
wurde eine Unterscheidung zwischen Kindertagespflegepersonen, die im eigenen
Haushalt betreuen und Kindertagespflegepersonen, die in Großtagespflege betreuen
vorgenommen. Zudem wurde zwischen Sachkosten, die monatlich unabhängig der zu
betreuenden Kinderzahl und Betreuungsstunden, und Sachkosten, die pro Kind pro
Stunde anfallen, unterschieden. Die Erstattung der Sachkosten beinhaltet somit eine
feste monatliche Pauschale zuzüglich eines Betrages, der pro Kind pro Stunde
berechnet wird. Beides wird für bis zu 47 Tagen, an denen nicht betreut wird, weiter
erstattet.
Eigener Haushalt
Großtagespflege

Monatliche Pauschale
81,36 €
459,76 €

Betrag pro Kind pro Stunde
0,91 €
0,20 €

Bei den laufenden Erstattungen der angemessenen Sachkosten wurde bei den
Kindertagespflegepersonen,
die
in
Großtagespflege
betreuen,
kein
Erhaltungsaufwand (Bodenerneuerung und Malerkosten) berücksichtigt. Durch
personelle Wechsel kann nicht sichergestellt werden, dass bei einer monatlichen
Erstattung des Erhaltungsaufwandes dieser zweckgebunden eingesetzt wird. Daher
sollen die Gelder zukünftig auf Antrag für die Erstattung des Erhaltungsaufwandes
freigegeben werden.
Die Kosten des Erhaltungsaufwandes für alle
Großtagespflegestellen in Münster (ohne betriebliche Großtagespflegestellen, die
diese Kosten selber übernehmen) belaufen sich auf 60.000 € im Jahr und sind
ebenfalls von der Stadt Münster zu tragen.
Dementsprechend liegen die jährlichen Kosten für die neu ermittelte Erstattung des
Sachaufwandes bei insgesamt ca. 2 Mio. €. Im Vergleich zur jetzigen Erstattung des
Sachaufwandes würde dies eine Ersparnis von ca. 1,5 Mio. € pro Jahr bedeuten.
Die angemessene Kostenerstattung des Sachaufwandes ist jährlich zu überprüfen und
ggfs. anzupassen.

12

Vgl. „Erarbeitung einer Kalkulationsgrundlage für die Bemessung der laufenden Geldleistung für Kindertagespflegepersonen
gemäß § 23 SGB VIII“; Prof. Dr. iur. Johannes Münder; Erstellt im Auftrag des Deutschen Vereins für öffentliche und private
Fürsorge e.V. für die Landeshauptstadt Dresden; Berlin im Mai 2017.

16

Anlage 3 zur Vorlage V/0925/2020

Anlagen
Anlage 3a  Aktuelles Finanzierungskonzept
Anlage 3b  Personalverordnung KiBiz
Anlage 3c  Entgeltgruppen im TVöD
Anlage 3d  Sachaufwand – Berechnung einer angemessenen Kostenerstattung
Anlage 3e  Beispielrechnungen

17

Anlage 3a zur Vorlage V/0925/2020

Die aktuelle Finanzierung der Kindertagespflege in der Stadt Münster
Die Kindertagespflegepersonen erhalten für ihre Tätigkeit eine Geldleistung (§ 23 Abs. 2 und
2a SGB VIII), die pro Kind und Betreuungsstunde gezahlt wird. Die Festlegung der Höhe der
Geldleistung ist Aufgabe der Stadt Münster. Die Geldleistung setzt sich zusammen aus dem
Sachaufwand und dem Betrag zur Anerkennung der Förderleistung. Neben der laufenden
Geldleistung erstattet die Stadt Münster die Hälfte der nachgewiesenen Aufwendungen zu den
Sozialversicherungen (Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung) sowie den vollen Beitrag
zur Unfallversicherung.
Kindertagespflegepersonen können für jedes Kind, das sie betreuen, einen Steuerfreibetrag
(Betriebsausgabenpauschale) in Höhe von maximal 300 € pro Monat für eine 40
Stundenbetreuung geltend machen.
Die Stadt Münster hat die Höhe der Geldleistung an den Qualifizierungsstand der
Kindertagespflegeperson gekoppelt und bisher wie folgt die angemessene Höhe des
Sachaufwandes und des Betrages zur Anerkennung der Förderleistung definiert:
Qualifizierungsstufe 1
Qualifizierungsstufe 2
Qualifizierungsstufe 3

2,00 Euro pro Stunde und Kind
3,20 Euro pro Stunde und Kind
5,00 Euro pro Stunde und Kind

Die derzeitige laufende Geldleistung beinhaltet einen Sachkostenanteil in Höhe von 1,75 €
(somit sind es z.B. 3,25 € Anerkennungsbeitrag in Qualifizierungsstufe 3).
Sozialpädagogische Fachkräfte sind nach dem Vorbereitungskurs aufgrund der Vorausbildung
direkt der Qualifizierungsstufe 3 zugeordnet. Nicht sozialpädagogische Fachkräfte beginnen
i.d.R. nach dem Absolvieren des Vorbereitungskurses (Qualifizierungsstufe 1) und des
Grundkurses (Qualifizierungsstufe 2) ihre Tätigkeit. Erst bei erfolgreich absolvierten
Zertifizierungskurs (130 Unterrichtseinheiten nach DJI) sind sie in Qualifizierungsstufe 3.
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken wurde 2018 beschlossen, dass folgende
Berufsgruppen früher die Höhe der Geldleistung der Qualifizierungsstufe 3 erhalten:
- Grundschullehrer/-innen
- Motopäden/-innen
- Logopäden/-innen
- Physiotherapeuten/-innen
- Ergotherapeuten/-innen
Die fünf Berufsgruppen nehmen wie fachfremde Berufsgruppen am Qualifizierungsprozess
(Vorbereitungskurs, Grundkurs, Zertifikatskurs) teil, erhalten aufgrund ihrer Abschlüsse bereits
nach dem pädagogischen Grundkurs 5 Euro pro Kind und pro Stunde.
Eine jährliche Anpassung der laufenden Geldleistung wird zukünftig erfolgen (V/0631/2020).
Mit der zweiten KiBiz-Revision 2013 hat das Land ein Zuzahlungsverbot für öffentlich
finanzierte Tagespflegeplätze erlassen. Außer der privaten Zahlung eines angemessenen
Entgelts für Mahlzeiten sind keine weiteren Zuzahlungen (z. B. der Eltern) erlaubt.
Die Kindertagespflegeperson kann von den Eltern Essensgeld in Höhe von monatlich max. 80
Euro (bei einer Ganztagsbetreuung) nehmen. Die Höhe orientiert sich an den tatsächlichen
Ausgaben und den üblichen Sätzen für Kindertageseinrichtungen.
Des Weiteren hat die Stadt Münster in den letzten 15 Jahren eine Reihe kommunaler
Regelungen im Sinne der Kindertagespflegepersonen in Kraft gesetzt (einige von ihnen sind
mittlerweile Vorgaben im KiBiz):
1

Anlage 3a zur Vorlage V/0925/2020
-

Weiterzahlung für vier Wochen betreuungsfreie Zeit pro Kitajahr
Fehlzeiten des Kindes werden durchgezahlt
Finanzierung der vollen Betreuungszeit in der Eingewöhnungszeit seit 2018
Finanzierung von einer Stunde pro Kind und Woche für mittelbare Bildungs- und
Betreuungsarbeit seit August 2020 (V/0631/2020)

Darüber hinaus wird bei Krankheit der Kindertagespflegeperson die laufende Geldleistung
grundsätzlich weitergezahlt (bis zu 6 Wochen am Stück). Die Geldleistung wird nur gekürzt,
wenn eine Ersatzbetreuung (z.B. durch eine andere qualifizierte Kindertagespflegeperson oder
durch eine DiNo-Kraft) eingesetzt wird. Die Kürzung erfolgt nur für das jeweils ersatzbetreute
Kind mit den benötigten Ersatzbetreuungsstunden. Die Geldleistung wird der
Kindertagespflegeperson für die anderen Kinder, die keine Ersatzbetreuung benötigen,
weitergezahlt.
Fortbildungen außerhalb der Betreuungszeiten werden nicht als Arbeitszeit vergütet (sind aber
teilweise auch mit den Kindern während der Betreuungszeiten möglich).

2

Anlage 3b zur Vorlage V/0925/2020

216
Verordnung zu den Grundsätzen über die Qualifikation und den Personalschlüssel
(Personalverordnung)
Vom V. August 2020

Auf Grund des § 54 Absatz 2 Nummer 8 des Kinderbildungsgesetzes vom 3. Dezember 2019
(GV. NRW. S. 894) verordnet das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration
mit Zustimmung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung:

Teilt
Qualifikation des Personals in Kindertageseinrichtungen

§1
Personaleinsatz und Personalschlüssel
(1) Diese Verordnung präzisiert die Vorschriften des Kinderbildungsgesetzes vom 3. Dezem­
ber 2019 (GV. NRW. S. 894) zum Personaleinsatz.
(2) Der Personaleinsatz in den Kindertageseinrichtungen orientiert sich an den Beschreibun­
gen der Gruppenformen in der Anlage zum Kinderbildungsgesetz, sie ist die Grundlage für
die Personalbemessung. Als Mindestausstattung ist Personal für die Leitungsstunden je
Gruppe nach § 29 Absatz 2 des Kinderbildungsgesetzes, die Mindestanzahl an Fachkraftstunden nach der Anlage und in der Gruppenform III eine Mindestanzahl an Ergänzungskraftstun­
den in gleicher Höhe wie die in der Anlage ausgewiesene Anzahl an Fachkraftstunden für
diese Gruppenform vorzuhalten.
(3) Ist aufgrund der Struktur der Einrichtung eine kindbezogene Berechnung erforderlich,
ergibt sich die Mindestbesetzung pro Kind aus den je Gruppe vorgesehenen Mindestpersonal­
stunden geteilt durch die Anzahl der Kinder der jeweiligen Gruppenform.
(4) Bei hoher Belegung der Einrichtung kann die entsprechende Anwendung der Überbele­
gungsmöglichkeiten des § 28 Absatz 2 Satz 2 des Kinderbildungsgesetzes vorübergehend zu
einer entsprechend geringfügigen Absenkung der Orientierungswerte führen.
(5) Bei Abweichungen von den Regelungen der Absätze 2 bis 4 sollen sich der Träger von
Kindertageseinrichtungen und der örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt)
sowie der überörtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe (Landesjugendamt) möglichst
frühzeitig über den aufgrund der Förderung nach dem Kinderbildungsgesetz von der Einrich­
tung sicherzustellenden Mindestpersonaleinsatz abstimmen.
(6) Wird ein Zuschuss für die Flexibilisierung der Kindertagesbetreuung gewährt, findet für
den Personaleinsatz § 48 des .Kinderbildungsgesetzes Anwendung.
(7) Die Bildung von Personalpools insbesondere für Vertretungen und besondere pädagogi­
sche Angebote auch trägerübergreifend innerhalb eines Jugendamtes ist zulässig.

Anlage 3b zur Vorlage V/0925/2020

(8) Das Landesjugendamt orientiert sich bei seinen Entscheidungen über eine Betriebserlaub­
nis nach § 45 ff. des Achten Buches Sozialgesetzbuch - Kinder- und Jugendhilfe - in der Fas­
sung der Bekanntmachung vom 11. September 2012 (BGBl. I S. 2022), das zuletzt durch Ar­
tikel 16a Absatz 6 des Gesetzes vom 28. April 2020 (BGBl. I S. 960) geändert worden ist, für
die nach dem Kinderbildungsgesetz geforderten Kindertageseinrichtungen an dieser Verord­
nung, wobei für den Regelungsinhalt der Betriebserlaubnisse § 45 des Achten Buches Sozial­
gesetzbuch maßgebend ist.
(9) Die konkrete Ausgestaltung der notwendigen Qualifizierungen und des Einsatzes des pä­
dagogischen Personals erfolgt im Rahmen zur Verfügung stehender Ressourcen durch die
Träger der Kindertageseinrichtungen, denen insoweit, auch in ihrer Eigenschaft als Arbeitge­
ber, eine besondere Verantwortung für das Personal und den Personaleinsatz obliegt.
(10) Personen, die nach dieser Verordnung mit anderen als den in Teil 1 genannten Qualifizie­
rungen befristet zum Ausgleich des (coronabedingten) Fachkräftemangels in einer Kinderta­
geseinrichtung eingesetzt werden, können dauerhaft beschäftigt und auf Fach- bzw. Ergänzungskraftstunden angerechnet werden. Sofern während der Sars-CoV-2-Pandemie in den
Gruppenformen I und II des Kinderbildungsgesetzes die in § 2 Absatz 4 genannten Ergän­
zungskräfte auf Fachkraftstunden angerechnet werden, dürfen diese Personen ab dem 1. Au­
gust 2021 nur dann weiter auf Fachkraftstunden eingesetzt werden, wenn sie mit der berufsbe­
gleitenden Weiterbildung zu einer in § 2 Absatz 2 Nummer 1 genannten Qualifikation begon­
nen haben.

§2
Personal in den Gruppen
(1) Zur Erfüllung des in den Gruppen jeweils geforderten Personaleinsatzes kann das in den
Absätzen 2 bis 4 beschriebene Personal eingesetzt werden.
(2) Auf Fachkraftstunden können folgende sozialpädagogischen Fachkräfte eingesetzt wer­
den:
1. Staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher, staatlich anerkannte Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sowie staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerinnen und
Heilerziehungspfleger, die an einer Fachschule oder in entsprechenden doppeltqualifi­
zierenden Bildungsgängen der Berufskollegs ausgebildet sind.
2. Absolventinnen und Absolventen von Studiengängen mit dem inhaltlichen Gegen­
stand der Kindheitspädagogik und der sozialen Arbeit mit staatlicher Anerkennung.
3. Absolventinnen und Absolventen von Diplom-, Bachelor- und Master-Studiengän­
gen der Erziehungswissenschaften, der Heilpädagogik, der Rehabilitationspädagogik,
Sonderpädagogik sowie Studiengängen der Fachrichtung Soziale Arbeit, Kindheitspä­
dagogik sowie Sozialpädagogik, wenn sie über einen Nachweis über eine insgesamt
mindestens sechsmonatige Praxiserfahrung in einer Kindertageseinrichtung oder ande­
ren institutionellen Kindertagesbetreuung für Kinder im Alter von null bis zehn Jahren
verfügen. Die Praxiserfahrung kann auch nach Aufnahme der Tätigkeit erbracht wer­
den.

Anlage 3b zur Vorlage V/0925/2020

4. Personen, die die erste Staatsprüfung bzw. einen Masterabschluss für das Lehramt
an Grundschulen erfolgreich absolviert haben und über eine Qualifizierung in Pädago­
gik der Kindheit und Entwicklungspsychologie im Umfang von mindestens 160 Zeit­
stunden sowie über eine insgesamt sechsmonatige Praxiserfahrung in einer Kinderta­
geseinrichtung verfügen. Die Qualifizierungsmaßnahme und die Praxiserfahrung kön­
nen auch nach Aufnahme der Tätigkeit erbracht werden. Die Qualifizierungsmaß­
nahme soll innerhalb der ersten drei Monate nach Aufnahme der Tätigkeit begonnen
werden. Die Praxiserfahrung und die erforderliche Qualifizierungsmaßnahme werden
auf Antrag des Trägers von den Landesjugendämtem festgestellt. Liegen die Voraus­
setzungen in Summe vor, stellen die Landesjugendämter eine entsprechende Beschei­
nigung aus.
5. Personen, die nach § 7 Absatz 2 im Wege des partiellen Berufszugangs nach § 13b
des Gesetzes zur Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikatio­
nen in Nordrhein-Westfalen (Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz NRW - BQFG
NRW) vom 15. Juni 2013, eingefügt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 26. April 2016
(GV. NRW. S. 230), als sozialpädagogische Fachkraft in einer Kindertageseinrichtung
arbeiten können.
(3) Auf Fachkraftstunden können weiter eingesetzt werden:
1. Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und Gesundheits- und Kinderkran­
kenpfleger, die aufgrund ihrer besonderen Qualifikation vor allem für die Betreuung
von Kindern mit besonderem pflegerischen Betreuungsbedarf eingesetzt werden und
2. in den Gruppenformen I und II des Kinderbildungsgesetzes bis höchstens zur Hälfte
der ausgewiesenen Mindestfachkraftstunden die in Absatz 4 genannten Ergänzungs­
kräfte, wenn sie am 15. März 2008 in einer Einrichtung tätig waren. Ziel ist, dass sich
diese Ergänzungskräfte zur sozialpädagogischen Fachkraft weiterqualifizieren, min­
destens müssen sie an einer Fortbildung (160 Stunden) teilgenommen haben, die ins­
besondere die Anforderungen an die Pädagogik der Kindheit und Entwicklungspsy­
chologie berücksichtigt.
(4) Als Ergänzungskräfte und auf Ergänzungskraftstunden können eingesetzt werden:
1. Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger, Sozialassistentinnen und Sozialassistenten,
Heilerziehungshelferinnen und Heilerziehungshelfer, Krippenerzieherinnen und Krip­
penerzieher, Hortnerinnen und Hortner oder Personen mit einer vergleichbaren Ausbil­
dung und
2. Personen, die keine Kinderpflege- oder Heilerziehungspflegeausbildung aufweisen
und keine Fachkräfte sind, wenn sie nach Qualifikation und Eignung in der Lage sind,
die Fachkräfte in der Einrichtung in der pädagogischen Arbeit zu unterstützen. Vo­
raussetzung hierfür ist, dass diese Ergänzungskraft am 15. März 2008 in einer Einrich­
tung eingesetzt war.

§3
Leitung von Gruppen
Die Leitung von Gruppen können die in § 2 Absatz 2 genannten sozialpädagogischen Fach­
kräfte übernehmen. In den Fällen, in denen eine Praxiserfahrung bzw. eine Qualifizierungs­
maßnahme und eine Praxiserfahrung gemäß § 2 Absatz 2 Nummer 3 und 4 erforderlich ist,

Anlage 3b zur Vorlage V/0925/2020

können Gruppenleitungsaufgaben erst nach Vorliegen dieser Voraussetzungen übernommen
werden.

§4
Leitung von Einrichtungen
(1) Die Übernahme der Leitung können die in § 2 Absatz 2 genannten sozialpädagogischen
Fachkräfte übernehmen. Es ist eine mindestens zweijährige einschlägige pädagogische Be­
rufserfahrung erforderlich, die in der Regel in einer Kindertageseinrichtung oder einem ver­
gleichbaren Arbeitsfeld erworben worden sein soll. Das Berufsanerkennungsjahr bleibt bei
der Berechnung dieser Frist außer Betracht. In den Fällen, in denen eine Praxiserfahrung oder
eine Qualifizierungsmaßnahme gemäß § 2 Absatz 2 Nummer 3 und 4 erforderlich ist, kann
die Praxiszeit erst nach Vorliegen dieser Voraussetzungen angerechnet werden.
(2) Die Leitung einer Kindertageseinrichtung soll anteilig oder vollständig von der unmittel­
baren pädagogischen Arbeit mit den Kindern freigestellt sein.
(3) Die Leitung mehrerer Einrichtungen durch eine sozialpädagogische Fachkraft auch trägerübergreifend innerhalb eines Jugendamtes ist zulässig. Die gemeinsam geleiteten Einrichtun­
gen sollen in räumlicher Nähe zu einander liegen. Es dürfen höchstens fünf Einrichtungen von
einer sozialpädagogischen Fachkraft geleitet werden.

§5
Qualifizierung und Weiterbildung
(1) Ergänzungskräften ist seitens der Träger grundsätzlich die Möglichkeit zu geben, eine
Ausbildung zur sozialpädagogischen Fachkraft zu absolvieren.
(2) Für alle Beschäftigen von Kindertageseinrichtungen ist durch Qualifizierung und Weiter­
bildung ein erweiterter Einsatz zu ermöglichen, um die Durchlässigkeit des Systems zu for­
dern.

§6
Auszubildende, Berufspraktikanten
(1) Die Träger können Berufspraktikantinnen und Berufspraktikanten und Personen, die eine
praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher oder zur Heilerziehungspflegerin bzw. zum Heilerziehungspfleger oder eine akademische Ausbildung absolvieren, die
dieser im Hinblick auf die Praxiszeiten entspricht, zusätzlich zu den Fachkräften und Ergän­
zungskräften in jeder Einrichtung, gegebenenfalls gruppenübergreifend, einsetzen.
(2) In den Gruppenformen I und II des Kinderbildungsgesetzes können die Träger Berufs­
praktikantinnen und Berufspraktikanten mit einem Drittel ihrer Arbeitszeit höchstens bis zur
Hälfte der ausgewiesenen Mindestanzahl an Fachkraftstunden einsetzen, soweit für diesen
Fachkraftstundenanteil nicht bereits ein Einsatz von Ergänzungskräften gemäß § 2 Absatz 3
Nummer 2 erfolgt und soweit sie im Rahmen ihrer Ausbildung in der Einrichtung tatsächlich
präsent sind.

Anlage 3b zur Vorlage V/0925/2020

(3) In den Gruppenformen I und II des Kinderbildungsgesetzes können die Träger Personen,
die eine praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher oder zur Heilerzie­
hungspflegerin bzw. zum Heilerziehungspfleger oder eine akademische Ausbildung absolvie­
ren, die dieser im Hinblick auf die Praxiszeiten entspricht, im 2. Ausbildungsjahr mit einem
Drittel ihrer Arbeitszeit und im 3. Ausbildungsjahr mit der Hälfte ihrer Arbeitszeit jeweils
höchstens bis zur Hälfte der ausgewiesenen Mindestanzahl an Fachkraftstunden einsetzen, so­
weit für diesen Fachkraftstundenanteil nicht bereits ein Einsatz von Ergänzungskräften gemäß
§ 2 Absatz 3 Nummer 2 erfolgt und soweit sie im Rahmen ihrer Ausbildung in der Einrich­
tung tatsächlich präsent sind.
(4) In der Gruppenform III des Kinderbildungsgesetzes können die Träger Berufspraktikantin­
nen und Berufspraktikanten und Personen, die im 2. oder 3. Ausbildungsjahr eine praxisinte­
grierte Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher oder zur Heilerziehungspflegerin bzw.
zum Heilerziehungspfleger oder eine akademische Ausbildung absolvieren, die dieser im Hin­
blick auf die Praxiszeiten entspricht, anstelle der Ergänzungskraft einsetzen, soweit sie im
Rahmen ihrer Ausbildung in der Einrichtung tatsächlich präsent sind.

§7
Ausländische Abschlüsse
(1) Anerkannte Abschlüsse sind alle, die das Anerkennungsverfahren bei den zuständigen
Stellen erfolgreich durchlaufen haben. Die Einsatzmöglichkeit ergibt sich aus der jeweils an­
erkannten Qualifikation.
(2) Personen, die ihre Qualifikation in einem Mitgliedsstaat der EU erworben haben, können
im Wege des partiellen Berufszugangs nach § 13b des Berufsqualifikationsfeststellungsgeset­
zes NRW als sozialpädagogische Fachkraft in einer Kindertageseinrichtung arbeiten, wenn im
Rahmen des Verfahrens zur Feststellung der Gleichwertigkeit von beruflichen Befähigungs­
nachweisen für die Berufe Erzieherinnen oder Erzieher durch die jeweils zuständige Bezirks­
regierung gemäß § 2 der Zuständigkeitsverordnung Schulaufsicht vom 14. November 2010
(GV. NRW. S. 602) festgestellt worden ist, dass ihre Qualifikation und Erfahrung der Tätig­
keit für den Arbeitsbereich der Kindertageseinrichtung entspricht und sie über die erforderli­
chen deutschen Sprachkenntnisse verfügen, die nachzuweisen sind, sofern Deutsch nicht die
Muttersprache der Antragstellerin oder des Antragstellers ist. Der Nachweis gilt mit der Vor­
lage des Zeugnisses über die Zentrale Mittelstufenprüfung des Goethe-Instituts oder eines
gleichwertigen Nachweises auf der Stufe B 2 des Europäischen Referenzrahmens als erbracht.

§8
Ausnahmeregelung
In begründeten Fällen können die Landesjugendämter Ausnahmen für den Einsatz als Fach­
kraft zulassen, wenn der Träger dies im Einvernehmen mit dem örtlichen Jugendamt bean­
tragt. Die Person sollte grundsätzlich über eine pädagogische Ausbildung verfügen. Voraus­
setzung ist zudem, dass sie einen Nachweis über eine insgesamt mindestens sechsmonatige
Praxiserfahrung in einer Kindertageseinrichtung oder anderen institutionellen Kindertagesbe­
treuung für Kinder im Alter von null bis zehn Jahren erbringt. Weitere Voraussetzung ist, dass
die betreffende Kraft an Fortbildungen in einem Umfang von mindestens 160 Stunden teil­
nimmt, die insbesondere die Anforderungen an die Pädagogik der Kindheit und Entwick­

Anlage 3b zur Vorlage V/0925/2020

lungspsychologie berücksichtigen. Die Fortbildung kann nach Aufnahme der Tätigkeit er­
bracht und soll innerhalb von sechs Monaten nach Aufnahme der Tätigkeit absolviert werden.
Dies gilt nicht für Personen mit einer Qualifikation nach § 2 Absatz 4 Nummer 1.

§9
Prägung des Arbeitsfeldes
Die pädagogische Arbeit in einer Kindertageseinrichtung muss geprägt sein vom Einsatz sozi­
alpädagogischer Fachkräfte.

Teil 2
Maßnahmen im Übergang zum Ausgleich des Fachkräftemangels
§10
Personal in den Gruppen
(1) Zur Erfüllung des in den Gruppen jeweils geforderten Personaleinsatzes können, neben
den in § 2 Absatz 2 und 3 genannten Personen, die in den folgenden Absätzen 2 und 3 ge­
nannten Personen auf Fachkraftstunden eingesetzt werden.
(2) Personen, die mindestens 95 Creditpoints im Rahmen eines Hochschulstudiums erworben
haben, können auf Fachkraftstunden eingesetzt werden. Diese Creditpoints müssen in mindes­
tens drei der untenstehenden Studieninhalte nachgewiesen werden. Die Studieninhalte von
Buchstabe a) müssen zwingend enthalten sein:
a) Grundlagenwissen soziale Arbeit/Sozialpädagogik und Erziehung/Bildung,
b) Institutionelle Kenntnisse der Kinder- und Jugendhilfe,
c) Entwicklung, Lebenslagen, Lebenssituationen von Kindern,
d) (Entwicklungs-) Psychologie, Soziologie,
e) Professionelles Handeln und pädagogische Interaktion,
f) Reflektion und (Selbst-) Evaluation.
Darüber hinaus ist ein Nachweis über eine insgesamt mindestens einjährige Praxiserfahrung
in einer Kindertageseinrichtung zu erbringen, von der mindestens ein halbes Jahr vor Auf­
nahme der Tätigkeit erbracht werden muss. Die Praxiserfahrung und der Umfang der Credit­
points in relevanten Studieninhalten werden auf Antrag des Trägers von den Landesjugendämtem festgestellt. Liegen die Voraussetzungen in Summe vor, stellen die Landesjugendäm­
ter eine entsprechende Bescheinigung aus. Anderweitige Praxiserfahrung, die außerhalb von
Kindertageseinrichtungen bzw. anderen institutioneilen Kindertagesbetreuungen erworben
wurde, kann von den Landesjugendämtem auf Antrag teilweise angerechnet werden.
(3) Personen, die innerhalb der Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher den fachtheore­
tischen Prüfungsteil der Ausbildung vor mehr als vier Jahren erfolgreich abgeschlossen ha­
ben, aber im Anschluss daran kein Berufspraktikum mit fachpraktischer Prüfung abgeleistet
haben und somit über keine staatliche Anerkennung verfügen, können auf Fachkraftstunden
eingesetzt werden. Sie müssen über eine mindestens einjährige Praxiserfahrung in einer Kin­
dertageseinrichtung und über eine Qualifizierungsmaßnahme mindestens im Umfang von 160
Zeitstunden verfügen. Die Praxiserfahrung und die Qualifizierungsmaßnahme können auch
nach Aufnahme der Tätigkeit erbracht werden. Die Qualifizierungsmaßnahme soll innerhalb
der ersten drei Monate nach Aufnahme der Tätigkeit begonnen werden. Die Praxiserfahrung

Anlage 3b zur Vorlage V/0925/2020

und die erforderliche Qualifizierungsmaßnahme werden auf Antrag des Trägers von den Landesjugendämtem festgestellt. Liegen die Voraussetzungen in Summe vor, stellen die Landes­
jugendämter eine entsprechende Bescheinigung aus. Anderweitige Praxiserfahrung, die außer­
halb von Kindertageseinrichtungen bzw. anderen institutioneilen Kindertagesbetreuungen er­
worben wurde, kann von den Landesjugendämtem auf Antrag teilweise angerechnet werden.
(4) In der Gruppenform III des Kinderbildungsgesetzes können die Träger Personen, die im 1.
Ausbildungsjahr eine praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher oder zur
Heilerziehungspflegerin bzw. zum Heilerziehungspfleger oder eine akademische Ausbildung
absolvieren, die dieser im Hinblick auf die Praxiszeiten entspricht, anstelle der Ergänzungs­
kraft einsetzen, soweit sie im Rahmen ihrer Ausbildung in der Einrichtung tatsächlich präsent
sind.

Teil 3
Übergangsmaßnahmen während der Sars-CoV-2-Pandemie
§11
Personal in den Gruppen
(1) Zur Erfüllung des in den Gruppen jeweils geforderten Personaleinsatzes können, neben
den in § 2 Absatz 2 und 3 genannten Personen, die in den folgenden Absätzen 2 bis 5 genann­
ten Personen auf Fachkraftstunden eingesetzt werden.
(2) Personen, mit einer abgeschlossenen logopädischen, motopädischen, physiotherapeuti­
schen, ergotherapeutischen, theaterpädagogischen, kulturpädagogischen, musikpädagogischen
Ausbildung, Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Religionspädagogik oder
Bildungswissenschaft, können auf Fachkraftstunden eingesetzt werden. Sie müssen über eine
mindestens einjährige Praxiserfahrung in einer Kindertageseinrichtung und über eine Qualifi­
zierungsmaßnahme mindestens im Umfang von 160 Zeitstunden verfügen. Die Praxiserfah­
rung und die Qualifizierungsmaßnahme können auch nach Aufnahme der Tätigkeit erbracht
werden. Die Qualifizierungsmaßnahme soll innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der
Tätigkeit begonnen werden. Die Praxiserfahrung und die erforderliche Qualifizierungsmaß­
nahme werden auf Antrag des Trägers von den Landesjugendämtern festgestellt. Liegen die
Voraussetzungen in Summe vor, stellen die Landesjugendämter eine entsprechende Beschei­
nigung aus. Anderweitige Praxiserfahrung, die außerhalb von Kindertageseinrichtungen bzw.
anderen institutioneilen Kindertagesbetreuungen erworben wurde, kann von den Landesju­
gendämtem auf Antrag teilweise angerechnet werden.
(3.) In den Gruppenformen I und II des Kinderbildungsgesetzes können die Träger Berufs­
praktikantinnen und Berufspraktikanten sowie Personen, die im zweiten Ausbildungsjahr eine
praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher oder zur Heilerziehungspfle­
gerin bzw. zum Heilerziehungspfleger oder die eine akademische Ausbildung, die dieser im
Hinblick auf die Praxiszeiten entspricht, absolvieren, mit der Hälfte ihrer Arbeitszeit einset­
zen, soweit sie im Rahmen ihrer Ausbildung in der Einrichtung tatsächlich präsent sind.
(4) In den Gruppenformen I und II des Kinderbildungsgesetzes können die Träger Personen,
die eine praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher oder zur Heilerzie­
hungspflegerin bzw. zum Heilerziehungspfleger oder die eine akademische Ausbildung, die
dieser im Hinblick auf die Praxiszeiten entspricht, absolvieren, im dritten Ausbildungsjahr mit

Anlage 3b zur Vorlage V/0925/2020

zwei Dritteln ihrer Arbeitszeit einsetzen, soweit sie im Rahmen ihrer Ausbildung in der Ein­
richtung tatsächlich präsent sind.
(5) In den Gruppenformen I und II des Kinderbildungsgesetzes können die in § 2 Absatz 4 ge­
nannten Ergänzungskräfte auf Fachkraftstunden eingesetzt werden, sofern diese eine mindes­
tens dreijährige Berufserfahrung in einer Kindertageseinrichtung vorweisen können. Weitere
Voraussetzung ist, dass diese an Fortbildungen in einem Umfang von mindestens 160 Stun­
den teilnehmen, die insbesondere die Anforderungen an die Pädagogik der Kindheit und Ent­
wicklungspsychologie berücksichtigen. Die Fortbildungen können nach Aufnahme der Tätig­
keit erbracht und sollen innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Tätigkeit begonnen
werden. Nach Außerkrafttreten von Teil 3 dürfen diese Personen nur dann weiter auf Fach­
kraftstunden eingesetzt werden, wenn sie mit der berufsbegleitenden Weiterbildung zu einer
in § 2 Absatz 2 Nummer 1 genannten Qualifikation begonnen haben.
(6) Zur Erfüllung des in den Gruppen jeweils geforderten Personaleinsatzes können, neben
den in § 2 Absatz 4 genannten Personen, Arbeitserzieherinnen und Arbeitserzieher, Familien­
pflegerinnen und Familienpfleger und Dorfhelferinnen und Dorfhelfer auf Ergänzungskraft­
stunden eingesetzt werden.

§12
Besonderheiten für den Einsatz von Personen nach Teil 3
(1) Der Einsatz von Personen nach Teil 3 auf Mindestfachkraftstunden ist nur dann zulässig,
wenn mindestens eine sozialpädagogische Fachkraft nach § 2 Absatz 2 zur Erfüllung der Mindestfachkraftstunden in der Gruppe eingesetzt wird.
(2) Der Einsatz von Personen nach Teil 3 auf Mindestfachkraftstunden ist nur dann zulässig,
sofern nicht Personal nach Teil 1 zur Verfügung steht.
(3) Personen mit einer Qualifizierung nach § 11 können nicht als Gruppen- oder Einrichtungs­
leitung eingesetzt werden.

§13
Inkrafttreten, Außerkrafttreten
(1) Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.
(2) Teil 2 tritt am 31. Dezember 2022 außer Kraft, eine Überprüfung erfolgt bis zum 1. Au­
gust 2021.
(3) Teil 3 tritt am 1. August 2021 außer Kraft.

Düsseldorf, den 4. August 2020

Anlage 3b zur Vorlage V/0925/2020

OCc

JJL

p

Der Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration
des Landes Nordrhein-Westfalen
Dr. Joachim S t a m p

Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung
des Landes Nordrhein-Westfalen
Ina Scharrenbach

Anlage 3c zur Vorlage V/0925/2020

Entgeltgruppen im TVöD
Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienst 2020
Gültigkeit der Tabelle: 01.03.2020 - 31.08.2020

Entgelttabelle
TVÖD SuE 2020
€
S 18
S 17
S 16
S 15
S 14
S 13
S 12
S 11b
S 11a
S 10
S9
S 8b
S 8a
S7
S4
S3
S2
Entgelttabelle mit
Monatswerten

1
3900.00
3580.74
3502.52
3370.09
3335.53
3251.68
3242.48
3196.36
3134.84
2917.88
2892.66
2892.66
2829.77
2755.05
2632.35
2476.93
2285.34

2
4004.30
3842.85
3758.90
3616.78
3579.69
3489.70
3479.83
3430.33
3364.31
3219.39
3104.40
3104.40
3036.91
2956.72
2825.04
2658.24
2396.40

3
4521.02
4262.65
4043.07
3875.16
3866.80
3810.56
3787.46
3594.40
3527.32
3370.15
3351.85
3351.85
3250.62
3157.39
3000.62
2826.92
2478.56

4
4908.52
4521.02
4391.82
4172.25
4158.86
4068.88
4058.71
4007.75
3939.73
3817.18
3711.78
3711.78
3453.09
3358.02
3119.76
2981.80
2567.76

5
5489.79
5037.68
4779.34
4650.18
4481.81
4391.82
4394.57
4330.68
4262.65
4179.49
4049.22
4049.22
3649.92
3508.53
3232.63
3052.66
2668.07

6
5845.01
5341.24
5011.85
4856.83
4707.85
4553.28
4536.66
4524.44
4456.41
4477.08
4307.92
4307.92
3855.19
3733.06
3408.47
3137.31
2768.42

Anlage 3d zur Vorlage V/0925/2020

Sachaufwand – Berechnung einer angemessenen Kostenerstattung
Kategorie

Posten

Einmalhandschuhe
Allzweck- und WC-Reinigungsmittel
Waschmittel
Desinfektionsmittel für Hände und
Flächen
Spülmaschinentabs und Spüli
Feuchttücher
Seife
Zahnpasta
Zahnbürsten
Müllbeutel
Drogeriebedarf (Hygienebedarf Spülbürste
+ Wäschereinigung)
Frischhaltefolie, Alufolie und
Backpapier
Schwämme und Lappen
(Sonnen-)Creme
Taschentücher
Einmalwickelunterlage
Toilettenpapier
Windeln
Polster- und Möbelspray
Staubsaugerbeutel
Küchenrolle
Erste-Hilfe-Material
Kaltmiete
Nebenkosten inkl. Heizung und
Warmwasser
Strom
Raumkosten
Reinigungskraft (Grundreinigung +
Fensterputzen)
Wartung Rauchmelder
Wartung Feuerlöscher
Wartung Therme
Bodenerneuerung
Erhaltungsaufwand
Malerkosten (Streichen und
Tapezieren)
Einrichtungsgegenstände und - Ersatzbeschaffung und Reparatur
ausstattung
Arbeitskleidung
Ersatzbeschaffung, Neuanschaffung
Spielmaterial inkl.
und Reparatur
Verbrauchsmaterial für Kinder Fotos
Fahrtkosten (Ausflüge, Einkaufen)
Telefon und Internet
Fachliteratur
Büromaterial
Verwaltungskosten
Öffentlichkeitsarbeit
Kontoführungsgebühren
ärztl.Bescheinigungen
Führungszeugnisse
12 Unterrichtseinheiten
Erste Hilfe
Fortbildungen
Lebensmittelhygiene und
Infektionsschutzbelehrung
Inventarversicherung
Arbeitslosenversicherung
Versicherungen
Krankentagegeldversicherung
Haftpflichtversicherung
Vielschutzversicherung
Sonstiges
Die Liste ist jährlich zu aktualisieren.
Die Sachkosten werden auch bei nicht betreuter Zeit weiter erstattet.
Essensgeld wird bei den SK nicht berücksichtigt, da die
Tagespflegepersonen separat Essensgeld einnehmen.
Maler- und Bodenerneuerungskosten sind in GTP nicht in SK
enthalten, da auf Antrag Kosten vom JA finanziert werden.
Die Summe pro Monat ist unabhängig der Betreuungsstunden und der
Anzahl der Tageskinder.

Pro Monat pro
Pro Monat pro
Kind (eigener HH) Kind (GTP)

Stand 12/20

Pro Monat
(eigener HH)

Pro Monat
(GTP)

6,75 €
1,48 €
0,42 €

6,75 €
1,48 €
0,42 €

-

€
€
€

-

€
€
€

1,84 €
0,45 €
2,80 €
0,26 €
0,17 €
0,95 €
0,47 €
0,11 €

1,84 €
0,45 €
2,80 €
0,26 €
0,17 €
0,95 €
0,47 €
0,11 €

-

€
€
€
€
€
€
€
€

-

€
€
€
€
€
€
€
€

0,30 €
1,85 €
0,48 €
0,38 €
1,70 €
0,43 €
- €
- €
1,60 €
0,30 €
0,65 €
- €
56,43 €

0,30 €
1,85 €
0,48 €
0,38 €
1,70 €
0,43 €
- €
- €
1,60 €
0,30 €
0,65 €
- €
- €

-

€
€
€
€
€
€
€
€
€
€
€
€
€

- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
50,00 €
- €

16,43 €
4,39 €

-

€
€

-

€
€

59,50 €
29,29 €

35,43 €
- €
- €
- €
3,10 €

-

€
€
€
€
€

-

€
€
€
€
€

226,81 €
- €
0,94 €
- €
- €

4,44 €
5,00 €
- €

- €
5,00 €
- €

-

€
€
€

-

3,33 €
1,10 €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €

3,33 €
1,10 €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €
- €

- €
- €
1,93 €
15,00 €
5,25 €
3,85 €
1,21 €
0,00
0,56 €
0,43 €
0,63 €
- €

- €
- €
1,93 €
15,00 €
5,25 €
3,85 €
1,21 €
0,00
0,56 €
0,22 €
0,63 €
- €

€
€
€
€
€
€
€

- €
2,50 €
- €
- €
- €
- €
50,00 €

- €
14,58 €
- €
- €
- €
- €
50,00 €

-

€
€
€
€
€
€
€

-

Summe pro Kind
pro Monat

€
€
€

Summe pro Kind Summe pro
Summe pro
pro Monat (GTP) Monat (eigener
Monat
HH)
(GTP)
153,03 €
32,81 €
81,36 €
459,76 €

Summe pro Kind
pro Stunde

Summe pro Kind
pro Stunde
(GTP)
0,910902125
0,195279266
0,91 €
0,20 €

Anlage 3e zur Vorlage V/0925/2020

Seite 1

Beispiele für das Finanzierungsmodell

●

zusätzlich hälftige Erstattungen zur Rentenversicherung und Kranken- und Pflegeversicherung

●

Verfügungszeit (1 Std. pro Kind pro Woche)

●

zusätzliche Einnahme von Essensgeld max. 80 Euro im Monat pro Tageskind

●

Betriebsausgabenpauschale (Steuerfreibetrag für jedes betreute Kind im Monat, bei einer Vollzeitbetreuung 300 Euro)

●

Materialausleihe

●

Großtagespflegestellen: Mitfinanzierung von Miet- und Nebenkosten und zusätzlich zu den Sachkosten Renovierungskosten

●

Entwicklungen nach dem TVöD werden aufgenommen (Dynamisierung)

●

Weitere Eckpunkte der Einnahmen der Kindertagespflegepersonen

Durchzahlung von Sachkosten (auch bei Krankheit, betreuungsfreier Zeit und Fortbildung)

Übersicht Mehrkosten
Mehrkosten
zu heute (mit Ersparnis
Abzug von 20 Sachkosten
Tagen)
Mittelwertmodell
3 Mio. €
1,5 Mio. €

Mehrkosten abzgl.
Ersparnis
Sachkosten
1,5 Mio. €

inkl. Mehrkosten für die Erstattungen der Sozialversicherungen
und abhängig von den tatsächlich betreuten Tagen

Entgeltgruppe TVöD

Erzieher*in Kita SuE
Kinderpfleger*in

Erfahrungsstufe
2.829,77 €
2.632,35 €

Erfahrungsstufe 2
3.036,91 €
2.825,04 €

Erfahrungsstufe 3
3.250,62 €
3.000,62 €

Erfahrungsstufe 4
3.453,09 €
3.119,76 €

Erfahrungsstufe 5
3.649,92 €
3.232,63 €

Erfahrungsstufe 6
3.855,19 €
3.408,47 €

muss komplett versteuert werden

Anlage 3e zur Vorlage V/0925/2020

Seite 2

In den Beispielen wird der Mittelwert aus den Entgeltgruppen SuE4 und SuE 8a gebildet. Um den Mittelwert zu erreichen wurde die Berechnungsgrundlage auf Basis von 5
betreuten Tageskindern ausgerichtet. Es wird eine Auslastungsquote von 97% bei einer Betreuung im eigenen Haushalt berücksichtigt. In der Großtagespflegestellen können
nur maximal 9 Kinder betreut werden, die Auslastungsquote liegt also immer bei 90 %, zusätzlich wurde hier analog zum eigenen Haushalt die Auslastungsquote berücksichtigt,
so dass insgesamt 88% berücksichtigt wurden. Sozialpädagogische Fachkräfte erhalten eine Anerkennung der Ausbildung in den Phasen (Phase 1/ 1 Jahr und Phase 2 /2
Jahre, insgesamt 3 Jahre Anerkennung, so dass diese nur 1 Jahr in Phase 2 verbleiben).

Beispiele für Betreuung im eigenen Haushalt
● 39 Std. an 5 Tagen pro Woche
● 5 Tageskinder
● 20 Tage, an denen nicht betreut wird

keine sozpäd. Fachkraft

nach 5 Jahren Tätigkeit (Phase 3)
Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
3.658,00 €
Sachkosten
845,76 €
Summe
4.503,76 €
Pro Stunde pro Kind
5,36 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.730,00 €
1.470,00 €
4.200,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

303,76 €

184,08 € Differenz zu heute plus

nach 5 Jahren Tätigkeit (Phase 4)
sozpäd. Fachkraft

Auslastungsquote 97%

Beispiel 1

Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
3.844,00 €
Sachkosten
845,76 €
Summe
4.689,76 €
Pro Stunde pro Kind
5,58 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.730,00 €
1.470,00 €
4.200,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

489,76 €

193,44 € Differenz zu heute plus

keine sozpäd. Fachkraft
sozpäd. Fachkraft
keine sozpäd. Fachkraft

Auslastungsquote 97%

nach 8 Jahren Tätigkeit (Phase 4)
Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
3.844,00 €
Sachkosten
845,76 €
Summe
4.689,76 €
Pro Stunde pro Kind
5,58 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.730,00 €
1.470,00 €
4.200,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

489,76 €

193,44 € Differenz zu heute plus

nach 8 Jahren Tätigkeit (Phase 4)
Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
3.844,00 €
Sachkosten
845,76 €
Summe
4.689,76 €
Pro Stunde pro Kind
5,58 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.730,00 €
1.470,00 €
4.200,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

489,76 €

193,44 € Differenz zu heute plus

Beispiel 3

nach 14 Jahren Tätigkeit (Phase 5)
Förderleistung
4.022,25 €
Sachkosten
845,76 €
Summe
4.868,01 €
Pro Stunde pro Kind
5,80 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.730,00 €
1.470,00 €
4.200,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

668,01 €

202,41 € Differenz zu heute plus

nach 14 Jahren Tätigkeit (Phase 6)
sozpäd. Fachkraft

Auslastungsquote 97%

Beispiel 2

Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
4.247,00 €
Sachkosten
845,76 €
Summe
5.092,76 €
Pro Stunde pro Kind
6,06 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.730,00 €
1.470,00 €
4.200,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

892,76 €

213,72 € Differenz zu heute plus

39 Stunden bei tariflicher Entlohnung/ Entgelt Kindertagespflege

bei Einstellung
Erzieherin SuE 8a
Kinderpflegerin SuE 4
Finanzierungsmodell Kindertagespflege
nicht soz. FK KTPP: Ø Förderleistung bei 5 Tageskinder
Soz. FK KTPP: Ø Förderleistung bei 5 Tageskinder

2.829,77 €
2.632,35 €
Phase 1
2.730,00 €

nach 1 Jahr Stufe
1/ Stufe 2 oft auch
nach 3 Jahren
bei Einstellung
Stufe 2 (4 Jahre)

nach 4
nach 4 Jahren Jahre Stufe
nach 5 Jahren
Stufe 3 (8 Jahre) 4 (12 Jahre) Stufe 5 (17 Jahre)

3.036,91 €
2.825,04 €
Phase 2

3.453,09 €
3.119,76 €
Phase 4

2.931,60 €
2.931,60 €

3.250,62 €
3.000,62 €
Phase 3
3.124,80 €
3.124,80 €

3.284,40 €
3.284,40 €

3.649,92 €
3.232,63 €
Phase 5
3.444,00 €
3.444,00 €

3.855,19 €
3.408,47 €
Phase 6
3.628,80 €
3.628,80 €

Anlage 3e zur Vorlage V/0925/2020

Seite 3

In den Beispielen wird der Mittelwert aus den Entgeltgruppen SuE4 und SuE 8a gebildet. Um den Mittelwert zu erreichen wurde die Berechnungsgrundlage auf Basis von 5
betreuten Tageskindern ausgerichtet. Es wird eine Auslastungsquote von 97% bei einer Betreuung im eigenen Haushalt berücksichtigt. In der Großtagespflegestellen können
nur maximal 9 Kinder betreut werden, die Auslastungsquote liegt also immer bei 90 %, zusätzlich wurde hier analog zum eigenen Haushalt die Auslastungsquote berücksichtigt,
so dass insgesamt 88% berücksichtigt wurden. Sozialpädagogische Fachkräfte erhalten eine Anerkennung der Ausbildung in den Phasen (Phase 1/ 1 Jahr und Phase 2 /2
Jahre, insgesamt 3 Jahre Anerkennung, so dass diese nur 1 Jahr in Phase 2 verbleiben).

Beispiele für Betreuung in Großtagespflege
● 39 Std. an 5 Tagen pro Woche
● 4,5 Tageskinder
● 20 Tage, an denen nicht betreut wird

keine sozpäd. Fachkraft

nach 5 Jahren Tätigkeit (Phase 3)
Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
3.627,00 €
Sachkosten
610,96 €
Summe
4.237,96 €
Pro Stunde pro Kind
5,05 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.457,00 €
1.323,00 €
3.780,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

457,96 €

182,52 € Differenz zu heute plus

nach 5 Jahren Tätigkeit (Phase 4)
sozpäd. Fachkraft

Auslastungsquote 88%

Beispiel 1

Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
3.815,33 €
Sachkosten
610,96 €
Summe
4.426,29 €
Pro Stunde pro Kind
5,27 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.457,00 €
1.323,00 €
3.780,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

646,29 €

192,00 € Differenz zu heute plus

keine sozpäd. Fachkraft

nach 8 Jahren Tätigkeit (Phase 4)
Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
3.815,33 €
Sachkosten
610,96 €
Summe
4.426,29 €
Pro Stunde pro Kind
5,27 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.457,00 €
1.323,00 €
3.780,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

646,29 €

192,00 € Differenz zu heute plus

nach 8 Jahren Tätigkeit (Phase 4)
sozpäd. Fachkraft

Auslastungsquote 88%

Beispiel 2

Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
3.815,33 €
Sachkosten
610,96 €
Summe
4.426,29 €
Pro Stunde pro Kind
5,27 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.457,00 €
1.323,00 €
3.780,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

646,29 €

192,00 € Differenz zu heute plus

keine sozpäd. Fachkraft

nach 14 Jahren Tätigkeit (Phase 5)
Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
3.996,68 €
Sachkosten
610,96 €
Summe
4.607,64 €
Pro Stunde pro Kind
5,49 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

2.457,00 €
1.323,00 €
3.780,00 €

Förderleistung
Sachkosten
Summe

827,64 €

201,12 € Differenz zu heute plus

nach 14 Jahren Tätigkeit (Phase 6)
sozpäd. Fachkraft

Auslastungsquote 88%

Beispiel 3

Mittelwertmodell

Heute

Förderleistung
4.212,90 €
Sachkosten
610,96 €
Summe
4.823,86 €
Pro Stunde pro Kind
5,74 €
für jeden nicht genommenen betreuungsfreien Tag

Förderleistung
Sachkosten
Summe

2.457,00 €
1.323,00 €
3.780,00 €

212,00 € Differenz zu heute plus

1.043,86 €

39 Stunden bei tariflicher nach
Entlohnung/
Entgelt Kindertagespflege
1 Jahr Stufe
nach 3 Jahren
nach 4 Jahren
nach 4
nach 5 Jahren
bei Einstellung
1/ Stufe 2 oft auch Stufe 2 (4 Jahre) Stufe 3 (8 Jahre) Jahre Stufe Stufe 5 (17 Jahre)
Erzieherin SuE 8a
Kinderpflegerin SuE 4
Finanzierungsmodell Kindertagespflege
nicht soz. FK KTPP: Ø Förderleistung bei 5 Tageskinder
Soz. FK KTPP: Ø Förderleistung bei 5 Tageskinder

2.829,77 €
2.632,35 €
Phase 1
2.730,00 €

3.036,91 €
2.825,04 €
Phase 2
2.931,60 €
2.931,60 €

3.250,62 €
3.000,62 €
Phase 3
3.124,80 €
3.124,80 €

3.453,09 €
3.119,76 €
Phase 4
3.284,40 €
3.284,40 €

3.649,92 €
3.232,63 €
Phase 5
3.444,00 €
3.444,00 €

3.855,19 €
3.408,47 €
Phase 6
3.628,80 €
3.628,80 €