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a-r-0019-2017-neu-Planungswerkstatt

                                    
                                        Korrigierte Fassung
Antrag an den Rat Nr. A-R/0019/2017

Bündnis 90/Die Grünen/GAL
Ratsfraktion Münster

CDU
Ratsfraktion Münster

Ratsantrag

26. April 2017

Ratsantrag zur Planungswerkstatt 2030
Der Rat möge beschließen:
1. Im Rahmen der Arbeiten der Planungswerkstatt 2030 soll geprüft werden, welche
Vorteile ein großes neues Wohngebiet, in Verbindung mit der Weiterentwicklung
bestehender Stadteile („Zwiebelmodell“) im Vergleich zu alternativen Modellen der
Baulandentwicklung (neuer Stadtteil) für die Versorgung der wachsenden Bevölkerung
mit Wohnraum, für die städtebauliche Entwicklung der Stadt und für die Belange des
Freiraum- und Naturschutzes bieten kann.
2. Bei der Suche nach geeigneten Standorten für ein großes Wohngebiet sind vor allem
folgende Kriterien zu berücksichtigen:
- Nähe zur Innenstadt,
- Nähe zu Arbeitsplätzen,
- ausreichende Größe, um ein urbanes Quartier zu entwickeln,
- gute multimodale Verkehrserschließung (insbesondere ÖPNV-Anschluss) - wenn
möglich mit einer guten Anbindung an den SPNV und
- Anknüpfung an die vorhandene öffentliche, wirtschaftliche und soziale
Infrastruktur, bzw. die Möglichkeit angemessene neue Infrastrukturen zu
schaffen.
Das System der Grünordnung der Stadt darf nicht verletzt werden, besonders das
Konzept der Frischluftschneisen darf nicht beeinträchtigt werden und ökologische
Kriterien der Bauleitplanung sollen berücksichtigt werden.
3. In die Standortuntersuchungen für ein neues großes Wohngebiet sollen u. a. neben dem
ehemaligen Güterbahnhof Flächen entlang der großen Einfallstraßen einbezogen
werden:
- Steinfurter Straße/Austermannstraße/Wasserweg
- August-Schepers-Straße/Wolbecker Straße/Umgehungsstraße/Lütkenbecker Weg
sowie
- ehemaliger Güterbahnhof (Hafenstraße bis Roddestraße)

4. Bei den Standortuntersuchungen sollen auch die Auswirkungen auf die strukturelle
Entwicklung des jeweiligen Stadtteils berücksichtigt werden. Eine geordnete
Gesamtentwicklung darf dabei nicht beeinträchtigt werden.
5. Aufgezeigt werden soll auch, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssten, um
die Errichtung von Wohnungen in einem neuen großen Wohngebiet rechtzeitig vor Ende
des gegenwärtigen Baulandprogramms (2025) beginnen zu können.
6. Zusätzlich benennt die Verwaltung Maßnahmen, mit denen die regionale Kooperation
zur Wohnungsversorgung im Münsterland gefördert und ausgebaut werden kann. Es
muss aber sichergestellt sein, dass diese Maßnahmen nicht zu einem weiteren Anstieg
von Pendlerverkehren im MIV führen.

Begründung:
Aus lokaler Sicht wird betont, dass die wachsenden Bedarfe der wachsenden Stadt durch
das bislang verfolgte „Zwiebelmodell“ nicht mehr allein zu bewältigen sind. Die Verwaltung
zieht daraus den Schluss: „Als das insgesamt am besten geeignete Entwicklungsszenario für
Münster werden großflächige Stadtteilerweiterungen bewertet, da diese im Vergleich zum
Bau eines neuen Stadtteils ähnliche Vorteile aufweisen, aber gleichzeitig die damit
verbundenen Risiken minimieren.“ (ebd.)
Angesichts dieser grundsätzlichen und aus unserer Sicht richtigen Wertung halten wir es für
geboten, die weitere Arbeit der Planungswerkstatt auf die Fragestellungen zuzuspitzen, die
sich aus der Entwicklung eines großen neuen Wohngebietes ergeben. Dabei geht es darum,
möglichst große Nähe zum Stadtzentrum mit hoher Wohnqualität und urbanen Strukturen,
mit guter infrastruktureller Versorgung und mit Angeboten für multimodale Mobilität und
mit der Nähe zu Arbeitsplätzen zu verbinden. Das System der Grünordnung der Stadt darf
nicht verletzt werden.
Ohne damit eine Wertung oder Entscheidung vorwegzunehmen, sollen einige aktuell bzw.
bereits in der Vergangenheit öffentlich diskutierte Standorte für ein großes neues
Wohngebiet in die Bearbeitung einbezogen werden.
Insgesamt wird es jedoch auch darum gehen, die Lasten und Chancen einer
Baulandentwicklung gleichermaßen über die Stadtbezirke zu verteilen und die Wahl
geeigneter Flächen in einem transparenten Verfahren herzuleiten und zu dokumentieren.
Aus den bisherigen Sitzungen der Planungswerkstatt resultiert, dass eine regionale
Kooperation zur Bereitstellung von Wohnbauflächen im Münsterland sehr dabei helfen
kann, die Herausforderungen des Bevölkerungszuwachses zu bewältigen: „Dabei wird der
Stadtregion eine zunehmend wichtige Rolle … zukommen.“ (V/0945/2016 –
Zwischenbericht). Vorschläge für Instrumente und Verfahren zur Förderung der regionalen
Kooperation soll die Verwaltung deshalb möglichst bald in die Arbeit der Planungswerkstatt
einspeisen.
gez. Frank Baumann
und Fraktion

gez. Jörn Möltgen
und Fraktion