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Geschäftsbericht 2004

                                    
                                        X &Y Design · Münster

Recyclingpapier aus 100 % Altpapier

Geschäftsbericht
2004

Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Rösnerstraße 10
48155 Münster
Telefon: 0251/6052 - 0
Telefax: 0251/6052 - 48
awm@stadt-muenster.de
www.awm.muenster.de

Saubere Lösung.

Saubere Lösung.
Achtung!
Schnitt leicht schräg.

graue Fläche wird weggeschnitten
graue Fläche wird
weggeschnitten

Achtung!
Schnitt leicht
schräg.

Geschäftsbericht 2004 | 1

Inhalt

Stadt und Bürger
4 Sauberes Image:
AWM engagiert sich für
die lebenswerteste Stadt
der Welt
6 Soko Regen:
AWM fährt SperrmüllSondereinsatz
7 Test sehr gut:
Pilotprojekt Großwohnanlagen erfolgreich
7 Gefragt, gesagt:
Bürgerumfrage zeigt hohe
Zufriedenheit mit AWM

Seite 4
Weltklasse
wie die AWM sich für die
lebenswerteste Stadt der
Welt engagiert

Wirtschaft und Verwaltung

AWM-Hintergründe

Zahlen, Daten, Fakten

8 Elefantendung und
Eispapier:
Der AWM-Großkunde
Allwetterzoo Münster
9 Blaue Wunder:
Container, Auswahl und
Services
10 Verstärkter Vertrieb:
Noch stärker, noch besser,
noch näher am Kunden
11 Müllzeiten:
Flexible Angebote für
Saisongeschäfte
11 Gesenkt:
AWM reduzieren
Papierpreise

12 Im Interview:
Qualitätsprüfer Martin
Deter und AWMQualitätsmanager
Christian Lüke
13 Grundstein gelegt:
Die zweite Stufe der
mechanisch-biologischen
Restabfallbehandlung
14 Einsatz der Blaumänner:
Ein Arbeitstag in der
AWM-Werkstatt
15 Münster meets Monastir:
AWM spendet Fahrzeuge
und Know-how
15 Zuschlag erhalten:
AWM entsorgt weiter
Gelbe Säcke für Münster

16 Das Geschäftsjahr 2004
bei den AWM
17 Sammlung und
Transport
18 Stadtreinigung
19 Verwertung und
Deponierung
20 Abfallmengen
22 Der Ausblick
24 Impressum

Seite 11
Eiszeit
flexible Entsorgungskonzepte für Saisongeschäfte

Seite 14
Tempomacher
ein Tag in der Werkstatt
der AWM

Seite 22
Ausblick
auf das nächste Jahr

Saubere Lösung.

Geschäftsbericht 2004 | Vorwort | 3

„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“

Flexibilität und Kontinuität – das sind für die AWM
Werte, die sich nicht ausschließen. Im Gegenteil: Der
vorliegende Rückblick auf das Jahr 2004 zeigt, wie sich
die AWM auf neue Anforderungen einstellen und ihren
Kunden gleichzeitig die gewohnten Leistungen bieten.
Ein Beispiel für den Wandel ist die neue Gebührensatzung,
die Anfang des Jahres in Kraft trat. Durch die Grundgebühr wird das Preis-Leistungsverhältnis verbessert, ohne
dabei die Abfallvermeidung aus dem Blick zu verlieren.
Neuland beschreiten die AWM auch mit der Fertigstellung der mechanisch-biologischen Restmüllbehandlung,
die im April 2005 offiziell in Betrieb genommen werden
konnte. Der mehr als ein Jahrzehnt andauernde Prozess
zur stofflichen Abfallverwertung ohne thermische
Behandlung findet damit seinen erfolgreichen Abschluss.
Das Modell der MBRA setzt bundesweit Standards und
erweist sich schon heute ökologisch und ökonomisch
als echte Alternative zur Abfallverbrennung.

Auch in der Rechtsprechung hat sich etwas getan: Das
Oberverwaltungsgericht Münster hat die Möglichkeit
bestätigt, hoheitliche Entsorgungsaufträge auch in
anderen Gemeinden übernehmen zu können. Die AWM
prüfen diese Chance, inwieweit hieraus neue Potenziale
zum Nutzen aller, auch der beteiligten regionalen
Partner, ausgeschöpft werden können.
Doch wie wertvoll eine Innovation wirklich ist, zeigt sich
vor allem daran, wie schnell sie von anderen übernommen wird. Die Liste der von den AWM entwickelten beispielhaften Lösungen wird immer länger - und darauf
sind wir besonders stolz!

Für Innovationen braucht man nicht immer Technologie. Zusammen mit der Wohnungswirtschaft riefen
die AWM ein Pilotprojekt ins Leben, das zum Ziel hatte,
die hohen Entsorgungskosten in Großwohnanlagen zu
senken. Mit Erfolg – dank einer einfachen Idee: Kleine
Einwurfklappen reduzierten die Kosten um 20 %.

Gerhard Joksch
Stadtbaurat
Patrick Hasenkamp
Werkleiter, AWM

Saubere Lösung.

4 | Geschäftsbericht 2004 | Stadt und Bürger

Geschäftsbericht 2004 | Stadt und Bürger | 5

Ein sauberes Image:
Münster ist „lebenswerteste Stadt der Welt“.

„Die Auszeichnung als lebenswerteste Stadt
bestätigt die Leistungen der AWM in puncto
Sauberkeit und Entsorgung natürlich sehr.
Aber auch die Bürger in Münster können sie
sich auf ihre Fahne schreiben – ohne ihren Einsatz hätten wir es nicht geschafft. Deshalb sagen
wir Danke und weiter so, liebe Münsteraner!“
Patrick Hasenkamp Werkleiter, AWM

Saubere Innenstadt, saubere Erholungsflächen
Schließlich setzen die AWM sich in besonderem Maße
dafür ein, dass die Münsteraner Bürger sowie Touristen
und Besucher eines in Münsters Stadtbild vergeblich suchen: Müll. Denn das besondere Augenmerk gilt einer gepflegten, repräsentativen Innenstadt. Dafür gehen die
AWM auch kreative Wege. So haben sie an stadtplanerisch und historisch bedeutsamen Orten Glascontainer
versenkt. Unterirdisch nehmen diese es jetzt leise und
dezent mit Altglas auf. Darüber hinaus erfahren einige
Flächen in der City regelmäßig eine über den normalen
Einsatz hinausgehende Extra-Reinigung und auch Erholungsflächen wie der
Kanal werden von den
AWM bedient. Routiniert
und schnell schaffen sie
nach und während der
städtischen Großereignisse wie Send, Hafenfest, Eurocityfest, Stadtteilfesten oder auch den
Wochenmärkten wieder
geordnete Verhältnisse.

Gewusst haben wir Münsteraner es ja schon immer,
aber jetzt haben wir es schriftlich: Münster ist die
lebenswerteste Stadt der Welt. In einem internationalen
Städte-Wettbewerb wurde sie mit dem so genannten
LivCom Award ausgezeichnet. Ausgestochen hat die
Westfalenmetropole in ihrer Kategorie „200 000 bis
750 000 Einwohner“ so
klangvolle Namen wie
Seattle in den USA,
Okayama in Japan
oder Coventry in Großbritannien.

Was aber macht Münster
so lebenswert? Natürlich die unverwechselbare Atmosphäre geprägt
durch die lebendige
Altstadt, das spannungsreiche Kulturleben, die
vielen Grünflächen –
und die funktionierende Abfallwirtschaft. Auch wenn
Sie hier zunächst stutzen: Tatsächlich spielen auch
Aspekte wie Stadtsauberkeit und nachhaltige, ökologische Zukunftskonzepte eine wichtige Rolle in der
Bewertung. Gute Gründe, warum die AWM ein gutes
Stück mit stolz auf die Auszeichnung mit dem LivCom
Award sein können.

Saubere Lösung.

Abfall als Fall für alle
Eine „Preis“-werte Abfallwirtschaft bedeutet aber mehr
als das Reinhalten der City, das Anliegen führt bis zur
Haustür jedes Münsteraner Bürgers. So führen die
AWM verschiedene Initiativen zu Abfallvermeidung
oder -trennung durch, ob in Kindergärten oder Großwohnanlagen. Und eine groß angelegte Kampagne
erinnert die Münsteraner mit viel Witz an ihre Eigenverantwortung. Nicht nur sprichwörtlich, sondern in der
Tat, bringen die AWM den Bürgern das Thema Müll nahe.
Etwa mit dem Ausbau eines stadtweiten Recyclinghofnetzes: Höchstens 3 km muss jeder Münsteraner zu
seinem nächsten Recyclinghof zurücklegen. Und mit
der flächendeckenden Einführung der Papiertonne wird
Papiersammeln noch attraktiver – auch weil die Papiercontainer und die dort häufigen wilden Müllablagerungen
vermieden werden können.

Pioniergeist und
Umweltbewusstsein
setzen Zeichen
Schon früh haben sich
die AWM mit den Themen Ökologie und Abfallverwertung auseinander
gesetzt. Bereits seit
1993 stehen die AWM für eine konsequente Abfalltrennung ein. Heute profitieren wir alle davon. Satte 40 %
konnte das Volumen bei den Restmülltonnen seit
Anfang der 90er Jahre gesenkt werden. Damit liegt
Münster deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.
Ein anderer wichtiger Meilenstein für eine zukunftsorientierte Abfallwirtschaft war die Durchsetzung einer mechanisch-biologischen Restabfallbehandlung gegenüber einer bis dato gesetzlich geforderten Müllverbrennungsanlage. Bis vor das Oberverwaltungsgericht sind
die AWM gezogen, um für die umweltschonendere
Technik zu streiten. Mit Erfolg: Heute folgen viele Gemeinden dem Vorreiter Münster und setzen auf diese
Alternative, die jetzt als Standardverfahren gilt. In
Münster ist die Anlage bereits in Betrieb genommen.
Die komplette Fertigstellung wird Mitte 2005 erfolgen.
Bereits etabliert hat sich zudem die Erzeugung von Biogas. Während in vielen Städten Bioabfälle nur zu Kompost werden, erzeugen die AWM in Münster mit ihnen
noch Strom und Wärme. Wie das? Zunächst nutzt man
die Bioabfälle, um Biogas zu erzeugen. Im zweiten Schritt
wird dieses in einem Blockheizkraftwerk in Strom und
Wärme umgewandelt. Das
senkt die CO2-Emission maßgeblich und stellt somit einen
wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar. Ein Grund mehr,
warum Münster nicht nur
die lebenswerteste Stadt der
Welt ist, sondern sich auch
noch mit einem anderen Titel
schmücken darf. Seit 1997 ist
die Westfalenmetropole
auch Klimahauptstadt.

Saubere Lösung.

6 | Geschäftsbericht 2004 | Stadt und Bürger

Geschäftsbericht 2004 | Stadt und Bürger | 7

„Uns stand das Wasser bis zum Hals!“

Kleiner Deckel statt hoher Gebühren.

Mit Sonderabfuhren helfen die AWM schnell und unkompliziert

Neue Müllbehälter für Großwohnanlagen sparten 20 % Restmüll

Ein Samstagabend im
August, viertel nach acht.
Die beste Zeit für einen
spannenden Film im Fernsehen. Doch an diesem
Abend spielt sich der
Krimi für über 2000
Münsteraner nicht auf
dem Bildschirm ab, sondern in ihrem Hauskeller.
Der Grund: Sintflutartige
Regenmassen brechen über die Stadt herein. Betroffen
sind vor allem die östlichen und nördlichen Stadtteile.
Binnen kürzester Zeit überfluten die Wassermassen die
Straßen. Keller laufen voll. Bis zu zwei Meter hoch steigt
das Wasser. Über 700 Mal rückt die Feuerwehr aus und
erlebt einen der größten Einsätze ihrer Geschichte.
Aufräumen zwischen Pfützen und Abfall
Am Sonntagmorgen zeigen sich die Folgen des Unwetters
in vollem Ausmaß. In den
Kellern der betroffenen
Haushalte haben die Wassermassen ganze Arbeit geleistet: Möbel, Teppiche, Kartons, Kleidung und vieles,
was in den Kellern lagerte,
hat sich mit Wasser vollgesogen. Auch Kühlschränke,
Gefriertruhen und Waschmaschinen sind beschädigt
und unbrauchbar geworden. Die Menschen beginnen mit Aufräumarbeiten, denn schnell fangen die
ersten Sachen an zu schimmeln. Eile ist geboten.
AWM reagieren sofort
Das wissen auch die AWM. Schnell und unbürokratisch
wird deshalb sofort am Montagmorgen bei Arbeitsbeginn der Entschluss gefasst, die Bürger zu unterstützen. Kostenlose Extra-Einsätze sollen gefahren werden,
um Sperrmüll aus den betroffenen Stadtteilen abzuho-

Flaschen, Gläser, Kartons,
Biomüll und sogar Sperrgut in der Restmülltonne –
das treibt die Abfallgebühren in einigen Großwohnanlagen unnötig in die
Höhe. Um dieses Problem
zu lösen, riefen die AWM
gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft Anfang

len. Bereits am nächsten Tag wird das Hilfsangebot
über Zeitungen und Radio verbreitet. Mehr als 600
Haushalte melden sich daraufhin bei den AWM an. Die
Planungen laufen auf Hochtouren. Strecken müssen
festgelegt, Personal und Fahrzeuge für diesen
Sondereinsatz koordiniert werden.
200 Tonnen Müll in drei Tagen
Von Donnerstag bis Samstag steht bei den AWM alles
im Zeichen der SperrmüllHilfe. Von 7 Uhr morgens bis
teilweise 21 Uhr ist das „Sondereinsatzkommando“ unterwegs und lädt alles auf, was
am Straßenrand steht. Mehr
als 200 Tonnen Abfälle entsorgen die AWM so in drei
Tagen. „Aussortiert haben
wir nicht mehr, obwohl auch
viele Dinge dabei waren, die
nichts mit dem Regen zu tun
hatten“, beschreibt AWMLeiter Patrick Hasenkamp die unkonventionelle Aktion,
bei der auch er selbst sich für einen Tag ans Steuer setzte.
Gelohnt hat es sich allemal. Die Bürger waren sehr froh
über die schnelle, unkomplizierte Unterstützung ihrer
Aufräumaktionen. Einige halfen mit, das Sperrgut aufzuladen, und viele bedankten sich direkt bei den
Mitarbeitern.

„Der Sondersperrmüll
war Glück im Unglück: So
konnten wir die nassen
Sachen einfach an die
Straße stellen und alles
wurde mitgenommen.
Eine tolle Aktion, die uns
sehr geholfen hat.“

2004 ein einzigartiges Pilotprojekt ins Leben. Sie testen
eine einfache, aber clevere
Idee: Den so genannte „Deckelin-Deckel-Behälter“. Er verhindert, dass sperriger Abfall in
den Tonnen landet. Fünf Großwohnanlagen wurden mit den
neuen Behältern ausgestattet.

Zum Start sorgten Hausmeister bzw. Müllbeauftragte
sowie extra Sperrgutabfuhren und wöchentliche Standplatzreinigungen dafür, dass alles rundum sauber ablief.
Das überzeugende Ergebnis: 20 % weniger Restmüll innerhalb des ersten Jahres. Das freut nicht nur die Projektinitiatoren, sondern auch die Bewohner. Schließlich werden
die Gebühreneinsparungen an sie weitergegeben. Die
neuen Behälter sollen nach dieser erfolgreichen Generalprobe auch an anderen Standorten eingesetzt werden.

Danke, dass Sie zufrieden sind!
Bürgerumfrage 2004 bestätigt Engagement der AWM

78%

„Beurteilung Münsters als saubere Stadt 2004 –
Vergleich zu 2002“
Mehr als ein Viertel (26 %) der Befragten bezeichnen
Münster als uneingeschränkt sauber. Zusammen mit
der überwiegenden Zustimmung beurteilten also 78 %
die Stadt in 2004 als sauber. Das bedeutet eine Steigerung um 5 % gegenüber 2002.

80%

„Grad der Zufriedenheit mit der Abfallentsorgung in
Münster 2004“
80 % der Befragten sind zufrieden bzw. sehr zufrieden
mit der Stadtsauberkeit – ein ausgesprochen positives
Ergebnis. Spitzenergebnisse wurden in den Stadtbezirken Ost und Südost mit 85 % bzw. 83 % erreicht.
Quelle: Stadt Münster – Amt für Stadt- und Regionalentwicklung, Statistik – Bürgerumfrage

Saubere Lösung.

Saubere Lösung.

8 | Geschäftsbericht 2004 | Wirtschaft und Verwaltung

Geschäftsbericht 2004 | Wirtschaft und Verwaltung | 9

Der Zoo in Zahlen:
895.200 Besucher (in 2004)
über 4000 Tiere
280.000 kg Heu/Jahr
30 Hektar Fläche
4,5 km Wege
90 Papierkörbe
4 Container
50 Tonnen Restmüll im Jahr
1 Entsorgungspartner: die AWM

Alle Wetter: Schnelle und zuverlässige
Abfallentsorgung für den Allwetterzoo.

und den Parkplätzen, die mindestens einmal am Tag
geleert werden. Der Versuch, die Besucher zum Mülltrennen zu bewegen, wurde aufgegeben, da zu viele
Fehlwürfe die Wertstoffrationen verunreinigten. So
muss der komplette Müll als Restmüll entsorgt werden.
Die Menge schwankt je nach Besucherzahlen stark.
Über ein Jahr gesehen, kommen insgesamt etwa 50
Tonnen Restmüll zusammen.

Stellen Sie sich vor, sie hätten über 4000 gefräßige Untermieter. Darunter viele Vegetarier, die einiges an Grünabfall hinterlassen. Nicht nur, dass sie alle außerdem
jede Menge Mist machen und ihr Zuhause ständig mit
Renovierungsarbeiten in Schuss gehalten werden
muss. Mehr noch: Tagein, tagaus ist Besuch da, der
ebenfalls verpflegt werden will. Fast 900.000 Menschen allein im letzten Jahr. Es geht eben zu wie in
einem Taubenschlag im Allwetterzoo Münster.
Abfall aller Art
Tatsächlich ist ein Zoo, so ungewöhnlich er auf den
ersten Blick auch scheinen mag, ein ganz gewöhnlicher
Gewerbebetrieb. Und als solcher für die AWM ein Großkunde mit betriebsspezifischen Anforderungen an das
Entsorgungskonzept. Zum einen müssen verschiedenste
Arten von Müll entsorgt werden, vom Gelben Sack über
Papier, Pappe, Bauschutt, Rest-

müll und Grünabfälle. Zum
anderen stellt ein Zoo als
Saisongeschäft hohe Ansprüche an die Flexibilität seines
Entsorgungspartners. Für die
AWM eine Herausforderung,
die sie nach ihrem eigenen
Standard lösen: nämlich mit
einem flexiblen, individuellen
Entsorgungskonzept.
Unsortiert und unvorhersehbar
Nur ein Posten in diesem Entsorgungskonzept für den
Zoo läuft nach festem Schema ab: Das ist die Abfuhr der
Gelben Säcke. Sie werden von den AWM im gewohnten
Turnus entsorgt. Alle anderen Müllarten sind in ihrem
Aufkommen so unterschiedlich, dass ein regelmäßiger
Abfuhrtermin keine Lösung ist. Da wäre der Bauschutt,
der immer nur dann anfällt, wenn wieder Arbeiten an
den Gehegen anstehen. Oder der unsortierte Restmüll
aus den mehr als 90 Papierkörben auf dem Zoogelände

Saubere Lösung.

Abfuhr auf Abruf
Um des Müllaufkommens
Herr zu werden, nutzt der Zoo
Container und Müllpressen.
Allein für den Restmüll steht
eine 10-cbm-Presse bereit. Da
diese im ständigen Gebrauch
sind, wurden sie vom Zoo
selbst angeschafft. Und die
Leerung erfolgt ganz nach
Bedarf. Ob zweimal in der
Woche oder einmal im Monat – die AWM reagieren
schnell und flexibel. Ein Fax genügt und die Container

werden oft noch am gleichen
Tag geleert. Das ist besonders
in der Hochsaison wichtig, die
von den Osterferien bis zum
Ende der Sommerferien verläuft.
Persönliche Beratung, unbürokratischer Service
„Das klappt prima mit den AWM“, erklärt Rolf Laspe
aus dem Servicebereich und zuständig für die
Abfallentsorgung des Zoos. „Von Zeit zu Zeit treffe ich
mich persönlich mit Herrn Lübbering von den AWM.
Dann tauschen wir uns aus, besprechen, wie es läuft
und was es Neues gibt. Und bei einem bin ich mir
sicher: Wenn es brennt, kann ich ihn immer anrufen
und er ist sofort da.“ Selbst unerwartete Zwischenfälle
oder einmalige Aktionen können dank der guten Zusammenarbeit unbürokratisch abgewickelt werden. Ob
im Affenhaus das alte Turngerüst ersetzt oder auf dem
Spielplatz der Sand abgetragen wird – die AWM sind
schnell zur Stelle. Garantiert.

„Blaue Wunder“:
Unsere Container.
Sie nehmen es mit allem
auf. Sind meistens blau.
Haben eine große Klappe
oder einen kleinen Deckel.
Und das Beste: Sie kommen
und gehen ganz nach Ihrem
Wunsch. Ein Anruf genügt und Ihr Container ist da. Ob für Gartenabfälle, Kartonagen, Bauschutt, Sperrmüll,
Elektrogeräte … Wir stellen Ihnen den passenden Container für einen Tag, mehrere Wochen oder für eine regelmäßige
Nutzung auf. Kein Wunder also, dass sowohl Privatpersonen als auch Gewerbebetriebe immer häufiger diese Nummer
wählen: 0251/ 60 52 56. Testen auch Sie unsere „Blauen“.

Saubere Lösung.

10 | Geschäftsbericht 2004 | Wirtschaft und Verwaltung

Geschäftsbericht 2004 | Wirtschaft und Verwaltung | 11

Noch näher am Kunden:
Das neue Key-Account-Management.

Alice Glocker

Brigitte Schwartz

Starke Kundenorientierung, hohe Flexibilität und Individualität beim Erarbeiten von Lösungen – das sind
Qualitäten, die das Key-Account-Management der AWM
seit jeher einlöst. Jetzt kann die Vertriebsabteilung ihre
Stärken weiter ausbauen. Neu aufgestellt und um eine
kompetente Mitarbeiterin reicher, setzt sie sich für die
Belange der gewerblichen Kunden ein. So betreut jetzt
jeder Berater seinen festen Kundenstamm. Und das
bringt Vorteile: „Je besser ich meinen Kunden kenne,
desto besser kann ich seine Situation überblicken,
schneller reagieren und effektiver beraten“, fasst Alice
Glocker zusammen.
Das Plus: Erfahrung und Know-how eines öffentlichen
Entsorgers
Auf die Beratungskompetenz können die Kunden vertrauen, denn für die AWM als öffentlicher Entsorger
steht der eigene wirtschaftliche Nutzen nicht im Vordergrund. Eine gesetzeskonforme und für den Kunden
effiziente Entsorgung sind die Kernaspekte der Beratung. „Abfallentsorgung und Verwertung werden nicht
zuletzt aus Kosten- und Umweltgründen zu immer wichtigeren Themen in den Unternehmen. Zugleich werden
sie etwa durch Verordnungen immer komplexer – da
sind wir als Kundenbetreuer gefragt“, erklärt
Stephan Lübbering den
steigenden Beratungsbedarf der Unternehmen.
Auch in puncto Umset-

Den Kunden entlasten,
damit er den Kopf für
andere Dinge frei hat –
ein Ziel des AWMVertriebsteams.

Eissaison ist
Müllsaison.

Stephan Lübbering

zung profitieren die Kunden von der starken Position
der AWM in Münster, die hier seit langem für Entsorgung und Sauberkeit tätig sind. Mindestens einmal pro
Woche fährt die AWM jedes Grundstück an. Diese
Routine, Erfahrung und Professionalität wird an die
Kunden weitergegeben.
Ein Ansprechpartner für alle Entsorgungsfragen
„Natürlich gibt es neben den eher klassischen Entsorgungsleistungen auch einmal besondere Anfragen.
Etwa, wenn Mobiliar oder Computer ausrangiert werden oder es saisonbedingt zu erhöhtem Bedarf kommt
– dann lassen wir uns schnell gemeinsam etwas einfallen“, führt Brigitte Schwartz aus. Kundenimpulse, die
auch einmal zu einer Erweiterung des eigenen Produktfeldes führen. So nahm die AWM auf Nachfrage von
Kunden etwa die Akten- und Datenvernichtung in ihr
Portfolio auf. Schließlich hat das Vertriebsteam der
AWM ein klares Ziel vor Augen: der Partner für alle
Entsorgungsfragen ihrer Kunden zu sein – ob mit
umfassenden Konzepten oder einmaligen Aktionen.
Solch ein Anspruch erfordert hohe Flexibilität und
Schnelligkeit. Als Partner vor Ort können die AWM auch
kurzfristig eingegangene Aufträge schnell erledigen.
Ein eigens eingerichteter Innendienst kümmert sich
um eingehende Anrufe oder E-Mails und leitet diese
zielgerichtet weiter. Zudem sorgt eine breite Palette an
Behältergrößen und Abfuhrrhythmen dafür, dass jeder
Kunde eine optimal auf ihn eingestellte Leistung erhält.

Kaum steigen die Temperaturen, steigt der Eisverzehr –
und mit ihm das Müllaufkommen in den Eisdielen. Bei
diesem typischen Saisongeschäft fällt naturgemäß von
Mai bis Oktober viel Bioabfall an wie Waffeln, Obst und
Kaffeefilter.
Darauf richten sich die AWM mit individuellen Vereinbarungen ein. Ein Beispiel: Bereits seit sechs Jahren stellen die AWM am Eiscafé Firenze, Bogenstraße, pünktlich
zu Saisonbeginn mehr Biotonnen auf und holen sie zum
Ende wieder ab. Der Kunde
zahlt nur für die Tonnen, die
er in der Saison tatsächlich
braucht. So eine flexible
Leistung spart Kosten und
Mühe auf beiden Seiten.

Papierpreis
purzelt.

Und das gilt natürlich nicht nur für eine Eisdiele, sondern für alle gewerblichen Kunden, die aufgrund von
Saisongeschäften unregelmäßige Müllaufkommen
haben.

Ein stetiges Auf und Ab verzeichneten die Preise auf
dem Papiermarkt im letzten Jahr. Trotzdem haben die
AWM sie stabil gehalten, um ihren Kunden eine kalkulierbare, verlässliche Basis zu bieten. Erfreulicherweise
sind die Preise aber seit einiger Zeit auf einem positiven Niveau geblieben – das reichen die AWM über die
Entsorgungspreise weiter.

Verstärkt seit Juni 2004 das
Team: Alice Glocker

Saubere Lösung.

Saubere Lösung.

12 | Geschäftsbericht 2004 | AWM-Hintergründe

Geschäftsbericht 2004 | AWM-Hintergründe | 13

Herr Lüke, was hat sich denn durch die Qualitätssicherung intern geändert?
Christian Lüke: Viele Abläufe sind durchsichtiger und
einfacher geworden. Insgesamt geht es ja um eine
Standardisierung von Arbeitsprozessen. Ein gutes
Beispiel ist unser Beschwerdemanagement, das es in
dieser Form vorher nicht gab. Jetzt sammeln wir die
Beschwerden unserer Kunden zentral, werten sie aus
und sehen dann genau, wo der Hase im Pfeffer liegt
und können was dran ändern. Das entspricht absolut
unserem Serviceanspruch, dem Dienst am Kunden.

Qualität im täglichen Test –
das Qualitätsmanagement-System bei
den AWM.
Wer sich „Entsorgungsfachbetrieb” und zertifiziert nach
„DIN EN ISO 9001:2000” auf seine Fahne schreiben will,
hat einen langen, prüfungsreichen Weg vor sich. Die
AWM sind seit 1997 als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert, in 2002 wurde das Qualitätsmanagementsystem
nach ISO 9001 zertifiziert. Dr. Martin Deter, Prüfer von
Lloyd’s Register Quality Assurance, und der Beauftragte
für Qualitätsmanagementsysteme bei den AWM,
Christian Lüke, über harte Fakten, weiche Knie und
sichtbare Veränderungen bei den AWM.
Herr Dr. Deter, wie läuft eine Prüfung bei den AWM ab?
Dr. Deter: Mit den AWM erarbeiten wir, wie mit jedem
unserer Kunden, alle 3 Jahre ein Programm. Darin legen
wir fest, welche Bereiche im Rahmen der Zertifizierung
bzw. der Rezertifizierung wann besucht werden. Generell
gilt, dass alle Bereiche zwischen den Zertifizierungen mindestens einmal auditiert, also geprüft werden müssen.
Wichtig ist mir, konstruktiv mit unseren Kunden
zusammen die Prozesse
des Unternehmens zu
analysieren sowie
Schwachstellen und
Optimierungspotenziale
zu identifizieren.

Wenn Sie das als QMS-Beauftragter hören: Kriegen Sie
da Angst, Herr Lüke?
Christian Lüke: Ehrlich gesagt, etwas weiche Knie haben
wir da schon alle. Sie müssen sich vorstellen, dass Ihnen
an einem ganz normalen Arbeitstag jemand gegenübersitzt und ihre Arbeit genau beobachtet, hinterfragt und
dann für jeden Arbeitsprozess eine Dokumentation verlangt – etwa für einen Routinevorgang, der schon Monate zurückliegt. Das ist eine echte Prüfungssituation.
Aber wir haben uns ja auch bewusst für das Unternehmen Lloyd’s Register Quality Assurance entschieden,
das für seinen hohen Prüfungsstandard bekannt ist.
Wer bei Lloyds besteht, kann schon Qualität vorweisen.
Was bedeutet Ihr Siegel letztendlich für die Kunden der
AWM?
Dr. Deter: Wenn ein Unternehmen nach DIN ISO 9001
zertifiziert ist, können sich Kunden und Partner darauf
verlassen, dass das Unternehmen seine Dienstleistungen unter kontrollierten Bedingungen erbringt. Konkret
heißt das: Es hat sich Unternehmensziele gesetzt, die es
konsequent verfolgt. Es plant systematisch Schulungen
und bewertet den Erfolg. Und ganz wichtig: Es verpflichtet sich, sich kontinuierlich zu verbessern. Diesen
Nachweis müssen die AWM uns gegenüber jedes Jahr
erbringen.

Saubere Lösung.

Und wie beurteilen Sie die Fortschritte der AWM, seit
Sie hier erstmals zertifiziert haben, Herr Dr. Deter?
Dr. Deter: Bemerkenswert ist, dass die AWM seit Jahren
in allen Bereichen ein gleichmäßiges Auditergebnis
erzielen. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der
Auditbeanstandungen kontinuierlich nach unten entwickelt. Die Arbeit mit und nach den Vorgaben aus der

Dokumentation hat sich bei den AWM als Routine eingespielt. Die Mitarbeiter sind bestens mit den Vorgaben
aus dem Managementsystem vertraut. Kurz: Das System ist gut eingeführt und wird bei den AWM von allen
Mitarbeitern gut umgesetzt.
Herr Lüke, Hand aufs Herz: Sind Sie froh, dass Ihnen
Dr. Deter jetzt eine Weile den Rücken kehrt?
Christian Lüke (lacht): Sicher gibt es Angenehmeres im
Leben als Prüfungen. Aber im Ernst: Die Zusammenarbeit
mit Lloyd’s Register Quality Assurance läuft sehr gut und
konstruktiv. Ich denke, die Ergebnisse zeigen das auch.
Und außerdem gehen die Qualitätsprüfungen ja auch
weiter, wenn Herr Dr. Deter nicht im Betrieb ist. Dann leite ich die internen Audits und die Abteilungsleiter haben
in ihren Bereichen ein Auge auf die Einhaltung der geforderten Standards. Denn nur wenn sie gelebt werden,
kann es Qualitätssicherung und -optimierung geben.

Grundstein gelegt, Endspurt gestartet.
Biologische Stufe der MBRA ist bis April 2005 fertig
Eine Edelstahlröhre mit aktuellen, regionalen Tageszeitungen und Euromünzen – das soll die Nachwelt an
den 26. April 2004 erinnern. An diesem Tag wurde in
einem feierlichen Akt der Grundstein für die biologische
Stufe der mechanisch-biologischen Restabfallbehandlungsanlage (MBRA) in Münster-Coerde gelegt. Ein alter
Brauch, der den Startschuss für die letzten Arbeiten an
einer hochmodernen Anlage mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 27 Millionen Euro gibt. In einem
Jahr sind die Arbeiten hier abgeschlossen und die
Anlage ist betriebsbereit. Denn ab Juni 2005 dürfen laut
TASi (Technische Anleitung
Siedlungsabfall) nur noch
vorbehandelte Abfälle auf
Deponien abgelagert werden. Einen Teil dieser
Vorbehandlung leistet
dann die biologische Stufe.

Sie ergänzt den mechanischen Teil der Anlage, der
bereits seit einem Jahr läuft.
Während dieser den Abfall
sortiert, sorgt die biologische
Anlage für Vergärung der
dann noch im Restmüll
befindlichen organischen Abfälle. Sie werden anschließend in der Nachrotte im Tunnelverfahren so weit behandelt, dass sie auf dem neu errichteten dritten Bauabschnitt der Zentraldeponie (ZDM II) abgelagert werden
können. Die Firma Remondis errichtet und betreibt die
Anlage. Initiiert wurde ihre Entstehung vor zehn Jahren in
einem viel beachteten Sonderweg, den sich die Stadt
Münster gegen die vom Gesetzgeber geforderte
Müllverbrennung erstritten hatte. Auch dank dieser
Pionierarbeit zählt die MBRA heute zu den Standardverfahren.

Werkleiter Patrick Hasenkamp mit
Bürgermeister Günther Schulze Blasum

Saubere Lösung.

14 | Geschäftsbericht 2004 | AWM-Hintergründe

Geschäftsbericht 2004 | AWM-Hintergründe | 15

„Viel Betrieb im Betrieb“:
Ein ganz normaler Arbeitstag in der KFZ-Werkstatt der AWM.
Morgens 7 Uhr. Die 15
Monteure und 7 Auszubildenden in der AWMWerkstatt erhalten ihre
Arbeitsaufträge. Doch
ein Monteur ist bereits
voll in Aktion. Denn vor
dem Werkstatttor wartet bereits ein Müllwagen. Beim Starten der
Hydraulik ist ein
Schlauch geplatzt. Die Zeit drängt. Der Fahrer muss in
sein Revier. Schnell tauscht der Kollege im Blaumann
den Schlauch aus. Ein erleichtertes „Danke“ und der
Fahrer gibt Gas.
Gerade am frühen Morgen
hat das Team der Werkstatt
oft alle Hände voll zu tun, um
erst einmal die ausrückenden
Fahrzeuge zu versorgen. Der
Müllwagen war nur das erste
von bis zu 20 Fahrzeugen, die
hier heute noch hereinrauschen. Fast 3000 Reparaturen
an Groß- und Kleinfahrzeugen
und Geräten wurden von den
Monteuren 2004 ausgeführt. Hinzu kommen noch über
300 Arbeitsaufträge von den Kollegen von der Stadt. Alle
Fahrzeuge müssen regelmäßig gewartet und repariert
werden.„Vom Hightech-Müllfahrzeug über den Radlader
bis zum Laubbläser ist alles dabei. Da braucht es viel Erfahrung und Spezialwissen. Ein Grund, warum jeder hier eine
qualifizierte Ausbildung als KFZ-Mechaniker plus einer Spezialausbildung vorweisen kann,“ umreißt Werkstattleiter
Rainer Eisen die Kompetenz seines Teams. Und die beweisen sie schon bei der Fehlersuche. Der Teufel steckt oft im
Detail. Bis die Monteure
eine Diagnose stellen
können, müssen sie ihre
motorisierten Patienten
oft lange untersuchen.
Ob defekte elektrohydraulische Steuerungen oder Pressvorrichtungen, Saug- und
Kehraggregate oder SPSSteuerungen für Spezialaufbauten – für die

Spezialisten ist der Umgang
mit ihren „Exoten“ Alltag. Dazu kommen die regelmäßigen
Reparatur- und Wartungsarbeiten an den normalen
PKWs. Auch diesen Vormittag
wieder. In der 2000 qm großen Halle wird jetzt konzentriert gearbeitet. Nicht nur an
Motorblöcken, sondern auch
an Materiallisten. Rolf
Kuschel, der Leiter vom Materiallager, sorgt dafür, dass
die Monteure immer das richtige Ersatzteil zur Hand
haben. In den Gängen des Ersatzteillagers findet man
alles, was eine KFZ-Werkstatt braucht. Vorausgesetzt,
man kennt das System. „Ohne unsere EDV wären wir
hier verloren. Alles wird registriert und kann sekundenschnell ausfindig gemacht werden“, sagt Rolf Kuschel
und zeigt auf die Regalwände voller Material. In der
Werkstatt herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Noch sind
einige Monteure in der Mittagspause. Danach geht es noch
mal richtig los. Dann kommen
die ersten Fahrzeuge aus ihren
Revieren zurück. Ihre Mitbringsel: Abgerissene Kabel,
defekte Rundum-Leuchten,
Motorenprobleme und und
und … Schnell und routiniert
machen sich alle an die Arbeit. Morgen früh müssen die
Wagen wieder auf die Straße.
Kurz vor Feierabend, als die
Ersten schon die Besen zum Werkstattputz herausholen,
kommt noch ein Notruf rein. Bei einem der Müllfahrzeuge ist die Elektronik an der Schüttung defekt. Jetzt
heißt es für einen Monteur: mit dem Laptop
ausrücken, um dem
Kollegen auf der Straße
zu helfen. Pannen laufen eben nicht nach
Plan. Das erleben die
Monteure hier täglich.
Und so geht ein ganz
normaler Tag in der
AWM-Werkstatt ganz
normal zu Ende.

Saubere Lösung.

Gefragt von Münster bis Monastir:
Das AWM Know-how.
So unterschiedlich das
westfälische Münster
und die tunesische
Hafenstadt Monastir
auch sein mögen, eins
bringt die Partnerstädte
immer wieder zusammen: das Thema Müll.
Drei Vertreter der AWM
haben sich auf den Weg
nach Nordafrika gemacht, um ihren Beitrag
zur kommunalen Entwicklungszusammenarbeit zu leisten: Patrick Hasenkamp (AWM-Werkleiter), Hugo Tork
(Fachstellenleiter Technik) und Rainer Eisen (Werkstattleiter). Im Gepäck: Eine Reparaturliste für die 5 bisher gespendeten Müllfahrzeuge sowie ein Konzept zur Beratung und Zusammenarbeit bei Logistik, Arbeitsschutz,
Organisation und Umweltschutz. Denn neben der Hilfestellung bei Reparatur und Einsatz der Fahrzeuge geht es

vor allem um die Vermittlung
von Know-how. „Praktisch und
direkt umsetzbar“, so die Vertreter der AWM, sollte ihre Hilfe
sein. Also luden sie kurzerhand
den Ingenieur und Techniker
Makram Benkraiem nach
Münster ein. In der AWM-Werkstatt kann er wertvolle Einblicke
gewinnen, um künftig die Fahr-

zeugtechnik in Monastir
besser zu betreuen.
Damit ist der nächste
persönliche Kontakt mit
den afrikanischen Kollegen bereits in Sicht.
Fahrzeuge spenden, Wissen
liefern: das Team der AWM in
der Partnerstadt Monastir

Gelber Sack in guten Händen.
AWM erhalten Entsorgungsauftrag für weitere drei Jahre
Fast überall in NRW ging den Kommunen der Entsorgungsauftrag der DSD (Duales System Deutschland) verloren –
doch in Münster konnten sich die AWM gegen private
Anbieter durchsetzen. Damit sammeln sie ab dem 1. Januar
2005 für weitere drei Jahre die Gelben Säcke in der Domstadt ein. Ein Gewinn für die Stadtsauberkeit und ein nahtloses Entsorgungsmanagement. Schließlich sorgte die
Vergabe an Billiganbieter in anderen Städten schon für
viel Unmut bei den Beteiligten. Und die Beschwerden landen oft zu Unrecht beim kommunalen Entsorger. Ob zu
früh hinausgestellt, liegen geblieben oder auf dem
Bürgersteig verstreut: Die Gelben Säcke waren regelmäßig Stein des Anstoßes.
Münster soll sauber bleiben
Um diese Probleme in Münster gar nicht erst entstehen
zu lassen, haben die AWM sich für die Verlängerung ihres

Auftrages eingesetzt. Im vergangenen Jahr hatten sie zunächst nur den Zuschlag für ein Jahr erhalten. Die Preise
der AWM – immerhin Bestbieter in Münster – waren dem
DSD im Vergleich zu den Niedrigstpreisen in anderen
Gebieten zu hoch. Daher wurde die Entsorgung 2004
erneut ausgeschrieben. Als öffentlich-rechtlichem Entsorger sind der AWM im Preiskampf natürlich Grenzen gesetzt. Eine Belastung des Gebührenzahlers musste von
Vornherein ausgeschlossen
sein. Doch ihr erneuter Erfolg
bei der DSD-Ausschreibung
beweist, wie konkurrenzfähig
die AWM in der Entsorgungswirtschaft auch unter Wettbewerbsbedingungen sind.

Saubere Lösung.

16 | Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten

Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten | 17

Sammlung und Transport:
Mehr Leistung mit der gleicher Mannschaft.
Seit die AWM 1996 ein
Eigenbetrieb wurden,
wurde das ehemalige
städtische Amt quasi
runderneuert: Die optimierte Ressourcennutzung und der Einsatz
moderner Technik haben
zu erhöhter Produktivität und Leistungsstärke geführt. Ohne nennenswerten Personalanstieg haben wir es geschafft, früher fremdvergebene
Arbeiten sukzessive wieder selbst zu übernehmen. Bereits
seit einigen Jahren führen die AWM die Entsorgung der
Rest- und Bioabfalltonnen in den Außenstadtbereichen
wieder selbst durch.
Im Januar 2004 haben wir auch die Entsorgung der Papiertonnen in diesen Revieren übernommen. Die Mitarbeiter der AWM entleeren bei gleichem Personalbestand
Entwicklung der Behälterzahlen

Personalbestand

143617
DSD [Gelber Sack]
1584

Zahlen, Daten, Fakten:
Das Geschäftsjahr 2004 bei den AWM.

Biotonne
37954

Auszubildende
10,5

Papier/Wertstoff
47103

Es war mal wieder ein turbulentes Jahr für die AWM. Von den Highlights und wich-

7

tigsten Entwicklungen haben wir in den vorangegangenen Kapiteln berichtet. Aber
bei den AWM gibt es auch im so genannten täglichen Geschäft kaum Routine. Die
Menschen in unserer Stadt verändern ihr Verhalten, die Abfallwirtschaft schlägt

1417

66207

6,5

881

331
303

Angestellte
35,5

31

63909

Restmüll
56976

Arbeiterinnen
und Arbeiter
278

258,5

neue Wege ein, wir optimieren unsere Leistungen und sogar das Wetter mit seinen
Launen hat Einfluss auf unser Geschäftsjahr. Dies sind Fakten, die sich in Zahlen und
Daten widerspiegeln. Sie können es gern auf den nächsten Seiten nachlesen…

Saubere Lösung.

1992

2005

Beamtinnen
und Beamte
7

1993

2005

Zahlen, Daten, Fakten
Gesamtbehälterzahl:
Anschlussgrad Biotonne:
Anschlussgrad Papiertonne:
Altglascontainer:
DSD-Säcke:

Containerdienst:
Fahrzeuge im Einsatz:
Jahreskilometer:
Sperrgut:

143.585
75,57 % aller Grundstücke
87,78 % aller Grundstücke
566 an 305 Standplätzen
3.600.000 Säcke an Haushalte
verteilt,
8.500.000 Säcke insgesamt
verbraucht
7600-mal Container entsorgt
50
über 1.000.000 km
ein Mann trägt ca. 4,5 Mg pro
Arbeitstag
(das entspricht ca. 20.000
Waschmaschinen pro Jahr)

zusätzlich wöchentlich ca. 90.000 Behälter in den Größen
von 35 l bis 1100 l. Dies war nur möglich, weil aufgrund
neuer Fahrzeugtechnik nur noch ein Mitarbeiter pro Abfallfahrzeug benötigt wird und so Tourenoptimierungen
möglich waren. Aber die AWM übernehmen diese Tätigkeiten nicht nur, um frei werdende Potenziale zu nutzen.
Die Übernahme der Papierreviere 2004 hat – wie in den
vorherigen Fällen auch – im
Vergleich zu den vorherigen
Kosten erhebliche jährliche
Einsparungen für die Gebührenzahler gebracht. Darüber
hinaus spielt auch der Servicegedanke für die AWM eine große Rolle. Die Entsorgung aus
einer Hand beseitigt Schnittstellen und Fehlerquellen. Und
beim Thema Qualität sind wir sehr anspruchsvoll. Die
Fehlerquote unserer Mitarbeiter liegt bei 0,15 % und die
meisten Fehler werden innerhalb eines Tages korrigiert.
Und die AWM machen weiter. Mit dem Abschluss der
neuen Verträge mit dem Dualen System Deutschland
wurden die Weichen für die Entsorgung der Gelben Säcke
in Münster gestellt. Auch hier führen die AWM im Gegensatz zu den Vorjahren ab 2005 allein die komplette Entsorgung in Münster durch.

Saubere Lösung.

18 | Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten

Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten | 19

Stadtreinigung:
Mit Sicherheit sauber.
Wichtigstes Ziel der
Stadtreinigung ist die
Sicherheit auf öffentlichen Flächen. Täglich
sind die Mitarbeiter
und Fahrzeuge der
AWM im Einsatz, um
Straßen, Geh- und Radwege sowie sonstige
Flächen zu reinigen und
Gefahrenpunkte zu beseitigen. Während die
Gefahrenabwehr beim Winterdienst noch jedem verständlich ist, werden diese Aspekte in der täglichen Arbeit der Straßenreinigung oft nicht gesehen.
Beispiel Laubzeit: Laub auf nasser Fahrbahn ist sehr rutschig und daher eine Gefährdung für Fußgänger, Radfahrer und Autos. Die Laubzeit fordert von den Mitarbeitern
der AWM Höchstleistungen, denn innerhalb weniger
Wochen fegen und sammeln sie 3-mal so viel Material
zusammen wie in den anderen Monaten. Die Kehrmaschinen sind schneller voll und müssen öfter zum Entsorgungszentrum fahren. Im November 2004 wurden
z.B. fast 1000 t Straßenkehricht gesammelt. Mit Überstunden und dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter gelingt es den AWM jedes Jahr, die Straßen regelmäßig und zügig vom Laub zu befreien. Damit sind jedoch
die Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht. Gärten und
Gehwege müssen daher von den Anwohnern gereinigt
werden. Das zusammengefegte Laub kann über die Gartenabfallsäcke der AWM am Tag der Sperrgutabfuhr

Verwertung und Deponierung:
Abfallwirtschaft auf der Zielgeraden.
Fuhrpark Straßenreinigung/Winterdienst:
15
8
17
4
20
63

Großkehrmaschinen
Kleinkehrmaschinen
Radwegreinigungs-/Winterdienstgeräte
Papierkorbwagen
Feuchtsalzstreueinheiten für den Fahrbahnwinterdienst
Mitarbeiter

entsorgt werden. Laub in die Straßenrinnen zu fegen,
stellt ein Gefahrenpotenzial dar und überlastet das
Fassungsvermögen der Kehrmaschinen.
Beispiel Glas: Ob Dosenpfand oder Modeerscheinung
Alkopops, die Gefährdung durch Glasscherben auf Gehund Radwegen nimmt zu. Vor allem im Umfeld der bekannten Party-Meilen in Münster hat so mancher Münsteraner morgens auf dem Weg zur Arbeit einen Platten,
weil zerbrochene Flaschen auf den Gehwegen liegen.
Die AWM versuchen, durch Schwerpunktreinigung der
Gefährdung entgegenzuwirken, aber dies ist kaum noch
möglich. Besonders kritisch wird es bei großen Open-AirVeranstaltungen. Wenn z.B. der Domplatz von Glasscherben übersät ist, können die AWM oft keine Kehrmaschinen einsetzen, weil die dicken Flaschenböden
die Reifen zerschneiden. Fußtrupps müssen mit Besen
reinigen, das macht die nächtliche Reinigung immer
schwieriger und teurer.
All dies zeigt deutlich, was die Kampagne „Saubere
Stadt“ der AWM bereits auf humorvolle Weise vermitteln wollte: Ohne die Einsicht und die Mitwirkung der
Bürger ist Stadtsauberkeit nicht zu machen.

Die Zentraldeponie
Münster war jahrzehntelang das Herzstück
des Entsorgungszentrums in Münster.
Während in den vergangenen 15 Jahren
sukzessive immer mehr
Verwertungsanlagen
auf dem Gelände des
Entsorgungszentrums
entstanden und dessen
Funktion langsam erweiterten, steht nun ein radikaler
Wechsel bevor. Die mechanisch-biologische Restabfallbehandlungsanlage (MBRA) wird zum Kernstück der
Abfallwirtschaft in Münster und beendet die Zeit der
Deponiewirtschaft fast gänzlich.
Im Jahr 2004 lief die mechanische Stufe der MBRA
erstmals ganzjährig und ohne Probleme. Im Februar
2004 wurde der Grundstein für die biologische Stufe
Zahlen, Daten, Fakten
Fertigstellung (mechanische Stufe):
Inbetriebnahme/Probebetrieb
(mechanische Stufe):
Regelbetrieb (mechanische Stufe):
behandelte Restabfälle:
Wertstoffe:
biologische Stufe:
3. Bauabschnitt ZDM II:

31.12.2002
01.01.2003
seit 15.05.2003
59.925 Mg
27.311 Mg aussortiert und verwertet
Baubeginn 2004,
Inbetriebnahme 2005
Fertigstellung August 2003

gelegt. Im Juni lief die
Genehmigung zur Deponierung des für die
biologische Stufe vorgesehenen Materials der
mechanischen Stufe der
MBRA (Feingut) auf der
Zentraldeponie aus, sodass dieses ab Juli 2004
in der MBRA in Gescher
behandelt wurde.
Wenn die MBRA im Jahr 2005 in Vollbetrieb geht, wird
die Zentraldeponie nur noch eine untergeordnete
Rolle spielen. Während der 3. Bauabschnitt der Zentraldeponie II vorbereitet ist, um die behandelten
Reststoffe aus der MBRA gesetzeskonform abzulagern,
werden auf dem 2. Bauabschnitt nur noch Restverfüllungen mit Asbest und Mineralwolle stattfinden.
Die Rekultivierungsplanung für den 2. Bauabschnitt
ist bereits in Planung.
Mit der Fertigstellung der
MBRA wird ein langjähriger
Prozess enden, der mit einer
zukunftsweisenden Entscheidung des Rates der Stadt
Münster vor zehn Jahren
begann und die Abfallwirtschaft nicht nur in Münster
grundlegend veränderte.

Zahlen, Daten, Fakten
Vollreinigung wöchentlich
Fahrbahnreinigung wöchentlich
Fahrbahnreinigung 14-täglich
Radwegreinigung
Flächenreinigung
Straßenkehricht
Papierkorbabfälle
Winterdienst
Sonderleistungen
Kilometerleistung

913.231 Kehrmeter
253.013 Kehrmeter
282.609 Kehrmeter
500 km (im Zuge der allg. Straßenreinigung)
36.000 qm (Innenstadtreinigung)
5.421 Mg entsorgt
320 Mg entsorgt
28 kleine Einsätze, 4 mittlere Einsätze, 3 große Einsätze
Reinigung bei diversen Festen und Veranstaltungen, Kanaluferreinigung
100.000 km

Saubere Lösung.

Saubere Lösung.

20 | Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten

Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten | 21

Abfallmengen –
Trends und Trendbrecher.
Vermeiden, Verwerten,
Beseitigen – das ist das
Credo der Abfallwirtschaft bzw. der Kreislaufwirtschaft. Dafür
stehen in Münster verschiedene1990–2004
VerwerEntwicklung deponierter Siedlungsabfälle
tungsanlagen
zur
Mg
350.000
Verfügung, und auch
die MBRA hat die
300.000
Aufgabe, dem münster250.000
schen Restabfall noch
200.000
möglichst viele Wertstoffe zu entnehmen. Das Verhält150.000
nis
von verwerteten und beseitigten Abfällen wird jährlich
bilanziert und spiegelt die Erfolge der Abfallwirt100.000
schaft
wider.
50.000
0

Verwertete Siedlungsabfälle:

204.422 Mg
43.154 Mg
8.438 Mg
8.439 Mg
20.860 Mg
18.537 Mg
17.120 Mg
161.111 Mg
(79 % )

davon zum Beispiel
MBRA:
Wertstoffsortieranlage:
Grünabfallkompostierungsanlage:
Bioabfallvergärungsanlage:
deponierte Siedlungsabfälle:
davon Feinmüllmenge aus der MBRA

26.015 Mg
20.876 Mg
28.258 Mg
18.263 Mg
37.557 Mg
20.113 Mg

90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04

Entwicklung der erfassten Wertstoffe 1990–2004
ohne Inertstoffe
Mg
120.000
100.000
80.000
60.000
40.000
20.000
0

Gesamtaufkommen Siedlungsabfälle:
davon zum Beispiel
Restabfall:
Gewerbeabfall:
Sperrgut:
Papiertonne:
Biotonne:
Wertstoffsammlung Recyclinghöfe:

Die Menge der deponierten Siedlungsabfälle ist 2004
weiter gesunken. Dies ist auf den mechanischen Teil der
MBRA bzw. auf die biologische Behandlung des Materials aus der mechanischen Stufe der MBRA Münster in
der MBRA Gescher zurückzuführen. Die Verwertungsrate im Jahr 2004 ist entsprechend gestiegen. Durch die
ganzjährige Vorbehandlung des Restabfalls in der
MBRA konnten weitere Wertstoffe einer Verwertung
zugeführt werden. Die Mengen der aussortierten
Kunststoffe und der so genannten heizwertreichen
Fraktion sind nochmals angestiegen.

90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04

Entwicklung deponierter Siedlungsabfälle 1990–2004
Mg
350.000
300.000
250.000

Aber auch bei vielen anderen Wertstoffen lassen
sich – trotz des bereits
sehr hohen Niveaus –
leichte Steigerungen
feststellen. So ist z.B. bei
den im Jahr 2004 gesammelten Mengen Papier, Pappe und Kartonagen im Vergleich zum
Vorjahr ein Anstieg zu
verzeichnen. Dies ist
besonders erfreulich, weil die AWM 2004 die Depotcontainersammlung für Papier eingestellt haben. Mit zwei
positiven Effekten: Die Sauberkeit hat sich an den
Containerplätzen deutlich verbessert, und auch der
Bürgerservice erhöhte sich durch die am Haus stehenden Papiertonnen. Die Bürgerinnen und Bürger haben –
sofern sie nicht bereits angeschlossen waren – den
Wechsel zur privaten Papiertonne nach anfänglichen
Irritationen gut aufgenommen. Der Mengenanstieg im
Bereich der Papiertonne übersteigt sogar die Mengen,
die früher über Depotcontainer gesammelt wurden.
Lediglich im Bereich der gewerblichen Papiertonne sind
die Mengen gesunken.

Auf welche Weise
manchmal unwägbare
Umstände die Abfallwirtschaft beeinflussen,
zeigen die im Jahr 2004
erfassten und behandelten Grünabfälle.
Diese sind im Vergleich
zum Vorjahr um mehr
als 10 % gestiegen. Dies
ist jedoch leider weder
dem gärtnerischen Eifer
der Münsteraner noch dem unermüdlichen Bemühen
der AWM zu verdanken. Der verregnete Sommer 2004
hat schlicht zu üppigem Wachstum in den Gärten
geführt und die Grünabfallcontainer an den Recyclinghöfen überquellen lassen.

Auch die gesammelten Verpackungsleichtstoffe 2004
(Gelber Sack) ist wieder gestiegen, nachdem im vergangenen Jahr die Mengen zurückgegangen waren. Nur
bei dem 2004 gesammelten
Altglas ist ein Rückgang zu
verzeichnen. Dieser Trend
dauert seit der Zunahme von
PET-Flaschen an.

200.000
150.000
100.000
50.000
0

90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04

Entwicklung der erfassten Wertstoffe 1990–2004
ohne Inertstoffe
Mg
120.000
100.000
80.000
60.000
40.000

Saubere Lösung.

Saubere Lösung.

22 | Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten

Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten | 23

X & Y Design

Und was passiert 2005?
Der Ausblick.

Die Neue kommt.
Und, wie sieht
sie aus?

Mechanisch-biologische Restabfallbehandlungsanlage
Die biologische Stufe der MBRA wird fertig gestellt und
die Anlage geht am 1. Juni
2005 in Vollbetrieb. Der 3.
Bauabschnitt der Zentraldeponie II wird mit den vorbehandelten Reststoffen aus
der MBRA verfüllt. Damit
erfüllt die Stadt Münster
fristgerecht die gesetzlichen
Vorgaben der Technischen
Anleitung Siedlungsabfall
(TASi) und der Ablagerungsverordnung .
Entsorgung von Gewerbeabfällen: Stichtag 1. Juni 2005
Ab 1. Juni 2005 tritt die TASi bundesweit in Kraft. Ab
dann dürfen Abfälle zur Beseitigung nur noch vorbehandelt deponiert oder in Müllverbrennungsanlagen
verbrannt werden. Der Gesetzgeber hat die öffentlichen
Entsorger dazu verpflichtet, bis zu diesem Termin für
die in ihrem Hoheitsgebiet anfallenden Hausmüllmengen entsprechende Kontingente in Müllverbrennungsanlagen oder mechanisch-biologischen Restabfallbehandlungsanlagen vorzuhalten. In Münster geht die

MBRA rechtzeitig in Vollbetrieb und stellt auch genügend
Kapazitäten zur Entsorgung von Gewerbeabfällen zur
Verfügung. Das ist nicht überall der Fall. Auch wenn
Engpässe meist abgestritten werden, ist die Unsicherheit auf dem Entsorgungsmarkt so groß, dass niemand
eine Prognose über die Preisentwicklung wagt. Denn
wenn die Behandlungskapazitäten für Gewerbeabfälle
eng werden, werden die Preise steigen. Für die Kunden
der AWM sind die Kapazitäten kalkuliert. Schließlich
wurde in Münster rechtzeitig vorgesorgt.
Gebühren
Anlässlich der Gebührenerhöhung 2003 haben viele
Bürgerinnen und Bürger und insbesondere die münstersche Wohnungswirtschaft Klage gegen die Gebühren
erhoben. Das Verwaltungsgericht Münster hat dies zum
Anlass genommen, die Gebührenerhebung in Münster
auf Herz und Nieren zu prüfen und festgestellt, dass die
Gebührenkalkulation der AWM nicht nur in Hinblick auf
den durch die MBRA verursachten Gebührensprung, sondern auch hinsichtlich vieler anderer angeführter
Aspekte korrekt ist. Dies lässt uns optimistisch in die
Zukunft blicken.

Saubere Lösung.

Na ja, sie ist halt
intelligent.

Neues Gebührenmodell
Der Rat der Stadt Münster hat im Jahr 2004 beschlosfrischein
und sehr
innovativ:
die neue Gebührenordnung
der AWM. Gültig
sen, ab Ganz
2005
neues
Gebührenmodell
einzuführen.
ab 2005. Sie legt die Gebühren für alle Gebührenzahler in Münster neu um,
Durch die
Einführung
einer
Grundgebühr,
diewird
pro
Hausohne sie in der Gesamtsumme zu erhöhen. Das heißt, künftig
es für
alle eine
Grund- undNutzungseinheit
eine Leistungsgebühr geben.erhoben
Damit verfolgen
wir einsoll
halt oder
sonstiger
wird,
Ziel: insgesamt gerechtere Beiträge. Näheres über unsere „Neue” erfahren
sichergestellt
werden,
alle
angemessen an den
Sie unter: Telefon
60 52 - dass
800 / - 801
· www.awm.muenster.de
abfallwirtschaftlichen Fixkosten beteiligt werden. Zuneue
Gebührenordnung:
sätzlichDie
wird
– wie
bisher abhängig von der BehälterLösung.
größe –Saubere
eine Leistungsgebühr
erhoben. Beide Gebühren
zusammen ergeben die neue Abfallgebühr. Die Einführung dieses neuen Systems soll Spitzenbelastungen für
so genannte Großwohnanlagen und für Familien abbauen und die Gebühren den betriebswirtschaftlichen
Kosten annähern. Durch die Einführung des neuen Gebührenmodells wird es zu Umverteilungen kommen.
Einige werden mehr, andere weniger zahlen müssen.
Der gesamte Gebührenbedarf für die Abfallwirtschaft
in Münster wird sich 2005 jedoch nicht erhöhen.

Pilotprojekt geht in Serie
Nach den überaus positiven
Erfahrungen mit dem Pilotprojekt Großwohnanlagen
beschaffen die AWM die
erfolgreichen Deckel-inDeckel-Behälter in größeren
Mengen, um sie den Großwohnanlagen in Münster zur
Verringerung der Restabfallmengen anbieten zu können.
Sauberes Münster 2005
Die Sauberkeit der Stadt Münster ist Bürgern, Politik und
natürlich auch den AWM ein wichtiges Anliegen. Seit
2003 werben die AWM mit der Kampagne Stadtsauberkeit bei den Bürgern um Eigenverantwortung und
ein Bewusstsein für das eigene Verhalten. Im Jahr 2005
soll dieser Gedanke in konkretes Handeln münden. Die
AWM greifen die Idee einiger Stadtteile, die bereits seit
einigen Jahren in Frühjahrsputz-Aktionen ihre Stadtteile von illegalen Müllablagerungen befreien, auf und
rufen die ganze Stadt zu einem gemeinsamen Großreinemachen auf. Stadtteile, Schulen und Kindergärten,
Gruppen, Vereine oder Einzelpersonen, alle können
Münster fit für den Frühling machen. Und vielleicht trägt
dies dazu bei, dass der eine oder andere seinen Müll in
Zukunft nicht mehr achtlos wegwirft.
Der Gelbe Sack
Da die AWM die Ausschreibung der Entsorgung des Gelben Sackes gewonnen haben, geht es für Bürger und
Kunden der AWM im Jahr 2005 wie gewohnt weiter.
Neue Geschäftsfelder?
Das Oberverwaltungsgericht Münster hat festgestellt,
dass wir unsere Dienste als kommunaler Entsorgungsbetrieb auch im Hoheitsgebiet anderer Gemeinden
anbieten dürfen. Gemeinsam mit den Verantwortlichen
in Rat und Verwaltung werden wir 2005 prüfen, ob und
wie wir diese neuen Möglichkeiten nutzen können –
mit Gewinn für den Gebührenzahler in Münster.

Saubere Lösung.

24 | Geschäftsbericht 2004 | Impressum

Herausgeberin
Stadt Münster
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Rösnerstraße 10
48155 Münster
Juni 2005, 1100
Konzept
X & Y Design, Münster
Bildnachweise
S. 4/5 Fotos: Presseamt Stadt Münster
S. 8 Fotos: Allwetterzoo Münster
Druck
Lechte Medien GmbH & Co. KG
48271 Emsdetten

Saubere Lösung.

X &Y Design · Münster

Recyclingpapier aus 100 % Altpapier

Geschäftsbericht
2004

Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Rösnerstraße 10
48155 Münster
Telefon: 0251/6052 - 0
Telefax: 0251/6052 - 48
awm@stadt-muenster.de
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Schnitt leicht schräg.

graue Fläche wird weggeschnitten
graue Fläche wird
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